Erstellt am 30. November 2011, 00:00

Keine Angst vor Räubern mit einer Schusswaffe. DAVONGEJAGT / Karl Zezelitsch schlug in den vergangenen sechs Jahren dreimal mit Pistolen bewaffnete Räuber in die Flucht.

Mann der Tat. »Ich hab ihm hinterhergeschrien, dass er die Waffe hergeben soll«, so Zezelitsch über den letzen versuchten Diebstahl, der Dienstag der Vorwoche stattfand. VOGLER  |  NOEN
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VON RICHARD VOGLER

Wenn man mit einer Waffe bedroht wird, dann stockt den meisten der Atem. Nicht so bei Karl Zezelitsch. Bereits dreimal waren vermeintliche Räuber bei seiner Lotto-Annahmestelle, um abzukassieren, ebenso oft schickte er die Täter wieder fort.

Das letzte Mal war dies vergangenen Dienstag der Fall. Zwischen 13 und 14 Uhr betrat ein Mann die Lotto-Toto-Annahmestelle von Zezelitsch in Wien. „Er ist zum Pult gekommen und hat etwas dahergenuschelt. Ich habe ihn nicht verstanden und gefragt, was er will. Da hat er seine Pistole aus der Tasche gezogen, in meine Richtung gezielt und gesagt ‚Geld her, Geld her‘. Ich hab‘ ihm den Vogel gedeutet und gefragt ob er deppert ist.“ Die unerwartete Reaktion blieb nicht ohne Wirkung – der Mann drehte sich um und verließ das Gebäude. „Ich hab‘ ihm noch hinterhergeschrien, dass er die Waffe hergeben soll“, so Zezelitsch. Der Täter versuchte es bei weiteren Geschäften. „Er war bei einem Frisör- einem Lederwaren-, sowie einem Textilgeschäft. Auch dort hat er nichts erbeutet. Er hat sich also nicht nur bei mir patschert angestellt.“

Bei der Geschäftsstelle von „Zeti“, wie er von den Mattersburgern (er wuchs in der Bezirkshauptstadt auf und ist mittlerweile am Römersee mit seiner Gattini wohnhaft) genannt wird, wollten zum ersten Mal vor sechs Jahren Räuber fette Beute machen.

„Ich habe mich mit dem Mann zirka eine Viertelstunde unterhalten. Er hat mir einiges über sich erzählt. Zum Beispiel, dass ihn seine Freundin verlassen hat.“

Vergangenen Oktober war es wieder soweit - erneut stand ein Mann mit Waffe vor Karl Zezelitsch. „Auch den habe ich heimgeschickt“, meint er trocken.

Ob bei Zezelitsch das Gefühl der Angst mitgespielt hat? „Nein, absolut nicht. Beim ersten Mal, als der Mann fort war, war ich etwas nervös.“