Erstellt am 04. Januar 2012, 00:00

Keine Ausstellungen mehr in der Alten Schule. ZU WENIG FÖRDERUNG / Vor Kurzem stellten Hans und Armella Spielmann den Kunstbetrieb in ihrem Walbersdorfer Lokal ein.

Vergangenheit. Hans Spielmann hatte im Vorjahr die Künstlerin Anna Tinhof-Zapletal zu Gast.BVZ  |  NOEN
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VON HELGA OSTERMAYER

WALBERSDORF / Die Alte Schule in Walbersdorf ist nicht nur ein Geheimtipp für kulinarische Gaumenfreuden, auch kunstsinniges Publikum kam hier voll auf seine Kosten, denn seit 1993 organisierten die gebürtigen Schweizer Hans Spielmann und seiner Gattin Armella in ihrem Kunst- und Kulinarik-Lokal regelmäßig sechs Ausstellungen jährlich und die vom Feinsten. Das Who is Who der burgenländischen Kunstlandschaft, wie Sepp Laubner oder Anna Tinhof-Zapletal, um nur zwei zu nennen, stellten in der Alten Schule aus. Seit kurzem ist aber Schluss damit, denn der Betrieb bekommt, laut Spielmann, für seine Kunst-Aktivitäten pro Jahr nur 700 Euro an Förderungen vom Land.

„Ich hatte für die Ausstellungen über 5000 Euro jährliche Auslagen, das machte in den 18 Jahren an die 90.000 Euro aus“, so der Wirt, der, laut eigener Aussage, in dieser Zeit nur 10.000 Euro an Förderungen vom Land zu sehen bekam.

Das hat Spielmann bewogen, mit Ende Oktober das Ausstellungsprogramm zu beenden. „Für mich fehlt das Verständnis, dass, laut dem Leiter der Burgenländischen Landesgalerie, Rudolf Götz, der Großteil der Förderungen an Wiener Galerien geht. So können burgenländische Galerien, siehe auch die Galerie Schinner in Mattersburg, nicht existieren“, ist Hans Spielmann enttäuscht. „Mir tut es sehr leid, denn wir konnten den Menschen Kultur näherbringen und schöne Kontakte knüpfen. Meine Frau und ich haben interessante und angenehme Menschen kennengelernt“, bedauert er und kommt nicht umhin, einen Seitenhieb auf das Land auszuteilen: „Ich habe in den 18 Jahren höchstens zweimal jemand von der Kulturabteilung des Landes bei einer unserer Ausstellungen gesehen, das zeigt schon, wie groß das Interesse von dieser Seite ist.“

Gert Polster, Büroleiter und Pressesprecher von Kulturlandesrat Helmut Bieler, sagte dazu: „Förderungen werden danach vergeben, was an Fördergeldern da sind, da wird sicherlich niemand benachteiligt.“