Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

Keltenberger wollen zu Bad Sauerbrunn gehören. BÜRGERINITIATIVE / Pöttschinger möchten durch eine neue Bewegung eine Hotterbereinigung in ihrer Siedlung erreichen.

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VON HELGA OSTERMAYER

PÖTTSCHING/SAUERBRUNN / Zwei Drittel des Hottergebietes des Keltenbergs gehören zu Pöttsching, ein Drittel zu Wiesen. Da es ins Zentrum von Pöttsching etwa sechs Kilometer sind und nach Bad Sauerbrunn nur etwa 1,5 Kilometer, will ein Großteil der Pöttschinger Bewohner die Bürgerinitiative „Keltenberg und Sauerbrunn“ gründen, um damit eine Hotterbereinigung durchzuführen, die einen Wechsel nach Bad Sauerbrunn mit sich brächte. Bei dieser Bewegung wollen auch die Pöttschinger, die in der ebenfalls geteilten Zehentstraße wohnen, mitmachen.

„Wir fühlen uns hier am Keltenberg wie eine Randerscheinung, um die sich niemand aus der Gemeinde Pöttsching kümmert. Daher sind wir jetzt dabei, bis 10. Juli Unterstützungserklärungen von 20 Prozent der 2342 Wahlberechtigten zu sammeln, um ab Herbst in den Pöttschinger Gemeinderat einziehen zu können und dort unserem Anliegen Gehör zu verschaffen“, berichtet Hans Wodicka, der Spitzenkandidat der neuen Initiative. Parteipolitisch will sich die neue Bewegung aber, laut Wodicka, nicht in Szene setzen. „Wir haben alle unseren Lebensmittelpunkt in Bad Sauerbrunn, wir gehen hier aus, zum Einkaufen und zum Arzt“, begründet er das Vorhaben. Pöttschings Bürgermeister Herbert Gelbmann, der den Wunsch der Keltenberg-Bewohner durchaus verstehen kann, sieht das alles nicht so einfach: „Das Gefühl der Vernachlässigung der Keltenberg-Bewohner seitens der Gemeinde Pöttsching ist natürlich subjektiv auch wegen der räumlichen Entfernung gegeben“, so Gelbmann.

Gelbmann ist bereit, über  dieses Thema zu reden

 

„Wir müssten eine Hotterbereinigung durchführen und das zieht eine Menge behördlicher und bürokratischer Hürden nach sich. Ich bin aber jederzeit bereit über dieses Thema zu reden“, verspricht er. Laut dem Bürgermeister wurde den Bewohnern des Keltenberges in Bezug auf Kindergarten und Schule ohnehin schon weitestgehend entgegengekommen, indem die Kinder näher angesiedelte Institutionen besuchen können. Und außerdem: „Wir bekommen für jeden Bewohner Ertragsanteile vom Bund. Bad Sauerbrunn müsste, so es zur Abspaltung käme, eine Abschlagszahlung an die Gemeinde Pöttsching abführen und ich bezweifle, dass sich das die Sauerbrunner leisten können.“

Christina Philipp von der Gemeindeabteilung erläutert das Prozedere, das für eine Grenzänderung notwendig wäre: „Es muss ein Antrag beider Gemeinden vorliegen, der mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen wurde. Falls der Antrag nur von einer Gemeinde kommt, dann wäre zur Änderung ein Landesgesetz, bei dem das öffentliche Recht abgewogen wird, notwendig.“