Erstellt am 06. Juni 2012, 00:00

Klage gegen das Land?. KOMMUNAL-GMBH / Geschäftsführer Werner Kern ortet im Prüfbericht den Vorwurf einer Bilanzfälschung, Gemeindeaufsicht will aber nur Mängel festgestellt haben.

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BAD SAUERBRUNN / Die Abteilung zwei der Gemeindeabteilung hat die Kommunal-GmbH, die das Feuerwehr- und das Heizwerk sowie die Quelle errichtet hat, geprüft. Deren Geschäftsführer Werner Kern (LIBS) ist über das Prüfungsergebnis nicht erfreut, denn, laut Kern, sei darin von Bilanzfälschung die Rede. „Meiner Meinung nach ist das alles eine bewusste Verfälschung der Tatsachen“, ärgert sich Kern, der jegliches Fehlverhalten von sich weist.

„Ich werde diesen Bericht an unseren Steuerberater weitergeben, damit wird auch dessen Arbeit in den Dreck gezogen, denn er hat die Bilanz gemacht“, fährt Kern fort.

Der Steuerberater (Name der Red. bekannt), der angab den Prüfbericht noch nicht zu kennen, berief sich auf seine berufliche Schweigepflicht und gab keine Stellungnahme ab.

Auch dem Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl, der für die Gemeinden zuständig ist, wird Kern einen Prüfbericht schicken. „Von seiner Stellungnahme dazu werde ich es abhängig machen, ob ich Klage einreichen werde, denn diese Anschuldigungen lasse ich mir nicht gefallen“, so der verärgerte Geschäftsführer. Kern wirft seinerseits den drei Prüfungsorganen vor, nichts von ihrem Beruf zu verstehen, denn es sei ihm sogar angekreidet worden, wie er die Belege abgeheftet hätte. „Das kann nicht sein, denn jeder kann seine Belege einordnen wie er möchte. Hauptsache er findet sie innerhalb kurzer Zeit wieder“, sagt der ausgebildete Bilanzbuchhalter.

Brigitte Novosel vom Hauptrefereat Gemeinde und Finanzen sieht das alles nicht so drastisch: „Es ist unsere Aufgabe, ausgelagerte Betriebe der Gemeinde zu prüfen. In unserem Prüfbericht, den ich nicht selbst verfasst habe, steht nichts von einer Bilanzfälschung. Wir haben Mängel festgestellt und warten jetzt auf die Stellungnahme der Gemeinde. Von einem strafrechtlichen Tatbestand ist aber keine Rede.“

Werner Kern ist mit dieser Aussage nicht zufrieden: „Ich glaube, sie hat den Prüfbericht noch nicht gelesen. Sie sollte das Fettgedruckte auf Seite 32 lesen, hier steht „Es ist verwunderlich, dass die Summe des Anlagevermögens größer ist als die Bilanzsumme.“ Das sieht der Geschäftsführer sehr wohl als einen Angriff auf seine Arbeit. „Um einen Vorwurf zu formulieren, wurden falsche Zahlen genannt. Bevor ich so etwas niederschreibe, schaue ich mir das doch dreimal an“, meint er.

Geschäftsführer Werner Kern: „Eine bewusste Verfälschung von Tatsachen.“