Erstellt am 03. September 2014, 23:59

von Michael Kremser

Klage gegen Schlagerstar Fischer. Der Bad Sauerbrunner Heimo Eitel fühlt sich ungerecht behandelt und zieht nun vor Gericht.

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Eigentlich sollte es ein ganz besonderer Moment für eine Gruppe von Fans mit Handicap des Schlagerstars Helene Fischer werden. Beim Konzert in Mörbisch wollten sie ihrem Idol persönlich zum Geburtstag gratulieren, darunter auch der Bad Sauerbrunner Heimo Eitel.

„Ich habe einen seltenen Nachdruck eines Buches mit alten deutschen Volksliedern, den wollte ich ihr als Geschenk überreichen“, erzählt der Pensionist.

Doch die Sängerin ignorierte die Gruppe, obwohl Sie von dem Treffen gewusst haben soll, und, so wird ihr von Eitel unterstellt, lachte sie gar aus.

Keine Entschuldigung: Jetzt klagt Eitel gegen Fischer

„Das war kein einfaches Bühnenlächeln, die hat über uns als Menschen mit Behinderung gelacht“, ist Eitel überzeugt.

Er legte Beschwerde beim Bundesministerium für Soziales ein. Es kam in der Vorwoche zur Schlichtungsverhandlung. Fischer erschien nicht persönlich. „Frau Fischer ließ sich durch einen Anwalt vertreten, wobei der mir weder seinen Ausweis noch eine Vollmacht zeigen wollte“, ärgert sich der Fan.

Eitel forderte eine persönliche Entschuldigung per Telefon, die bis dato nicht erfolgte, woraufhin er gestern seinen Rechtsanwalt kontaktierte. „Ich werde Frau Fischer wegen Diskriminierung klagen“, berichtet Eitel, der betont, dass er dies nicht böse meint. „Ich möchte damit einfach ein Zeichen setzen, und aufzeigen, dass es gewisse Verhaltensregeln im Umgang mit seinen Mitmenschen gibt, die auch Stars einzuhalten haben.“

Auf Anfrage hieß es aus dem Management von Helene Fischer einzig, dass sich der Schlagerstar bereits gegenüber der BILD-Zeitung geäußert habe, und ihr Bedauern deutlich zum Ausdruck brachte.

Weiterer Reibungspunkt: Icebucketchallenge

Heimo Eitel hat noch einen zusätzlichen Grund zum Anstoß: Helene Fischer machte vor Kurzem bei der Icebucketchallenge mit, deren Ziel es ist, auf die Nervenerkrankung ALS aufmerksam zu machen.

„Ich leide selbst an ALS, da tut es mir natürlich besonders weh, wenn ich sehe, wie sich Fischer für den Internethype so einfach hergibt, aber wenn sie dann auf wirklich kranke Menschen trifft, diese so unwürdig behandelt.“