Erstellt am 30. Mai 2012, 00:00

Bitteres Ende für die Tradition. RICHARD VOGLER über das endgültige Ende des Gasthauses „Lore Schreiner“.

 |  NOEN
x  |  NOEN

Nicht lange hatte in Forchtenstein die Freude über den Fortbestand des Traditionswirtshauses „Gasthaus Lore Schreiner“, von allen nur „die Schreiner Lore“ genannt, angehalten.

Helmut Karner hatte im Februar dieses Jahres das Gasthaus übernommen, mit 1. Juni schließt er es wieder. Laut Eigenaussagen hat er sich bei den anstehenden Kosten überschätzt und nach genauer Abwägung wohl das Sprichwort „besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ beherzigt.

Es war ein gescheiterter Versuch, einen Hauch von Nostalgie weiter am Leben zu halten, denn die „Schreiner Lore“ ist eines der letzten Traditionswirtshäuser, das noch gewissen Charme versprüht. Dieses endgültige Aus ist ein Dacapo von Wirtshaus-Schließungen im Bezirk in den letzten Jahren. In Zemendorf steht das Dorfgasthaus schon längere Zeit leer und in Hirm entsteht dort, wo sich zur Zeit noch das leerstehende Gasthaus Wiesinger befindet, ein Gemeindezentrum. Ein Wirtshaus, nur um der Tradition Willen, zu erhalten, kann sich eigentlich niemand mehr leisten. Die Zeiten, in denen sich das Dorfleben in den Wirtshäusern abspielt, gehören also wohl endgültig der Vergangenheit an.

KOMMENTAR

,r.vogler@bvz.at