Erstellt am 08. Juni 2016, 08:26

von Bettina Eder

Ein Theater um Wahlkarten. Bettina Eder über den Wahlkarten-Manipulationsverdacht in Rohrbach.

56 Wahlkarten seien nicht ordnungsgemäß im Rohrbacher Wahllokal eingelangt und somit nichtig. Mit dieser Behauptung macht Herbert Schütz, umstrittener ehemaliger FPÖ-Mandatar wieder von sich reden (Seite 28). Auch wenn diese 56 Stimmen das Kraut für FPÖ-Kandidat Norbert Hofer freilich nicht fett machen: Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist, und wie wichtig jede Stimme sein kann, das hat gerade die letzte Wahl gezeigt. Schütz’ Aktion wird von seinen Kritikern aus der Gemeindestube belächelt und als Polit-Theater abgetan. Doch unnötig ist es keinesfalls, denn es zeigt doch eines deutlich: Dass das Prinzip der Wahlkarten generell viel zu locker gehandhabt wird. Keiner kontrolliert, ob sie der Besteller persönlich erhält, ob er sie selbst ausfüllt, und ob er sie selbst einschickt. Parteien starten mancherorts eigene Wahlkarten-Offensiven – und teils sollen sogar (angeblich) die Stimmzettel en gros vor Seniorenausflügen oder in Pensionistenheimen eingesammelt werden. Da braucht es einen nicht wundern, wenn der Manipulationsverdacht steigt.