Erstellt am 15. Juni 2011, 00:00

Ein Windrad weniger. RICHARD VOGLER über die kuriose Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichtshofs.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA  |  NOEN
x  |  NOEN

Die Mühlen des Gesetzes mahlen langsam und die daraus resultierenden Urteile sind nicht immer nachvollziehbar. So geschehen rund um den Schauplatz Pöttelsdorf mit einem Windrad: Einem Mann, der in der Nähe ein Grundstück besitzt, hat dieses nicht in den Kram gepasst - er klagte. Das Verfahren dauerte mehrere Jahre . Der Oberste Verwaltungsgerichtshof gab jetzt dem Kläger recht. Die Entscheidung ist kurios und in keinster Weise nachzuvollziehen: Das Windrad muss abgebaut werden, weil ein möglicher Eisabwurf von den Rotorblättern das Grundstück des Klägers in Mitleidenschaft ziehen könnte. Therotisch ist dies möglich, in der Praxis jedoch nicht, denn bei Minusgraden schalten die Sensoren an den Masten der Windräder automatisch ab. Der Abbau des Windrades dauert rund einen Monat und ist mittlerweile in vollem Gange.

Was an der ganzen Sache bedauerlich ist: Nach der Atomkatastrophe von Japan ist die Forcierung von Alternativenergien in aller Munde. In Pöttelsdorf müssen jedoch hunderttausende Euro in die Hand genommen werden, um ein Werkl, das genau diese Energie produziert, wieder zu entfernen ...

KOMMENTAR

r.vogler@bvz.at