Erstellt am 25. Juni 2014, 08:32

von Michael Weller

Eine Frage der Sichtweise. Michael Weller über den neuen Tennis-Landesmeister aus Pöttsching.

Burgenlands höchste Tennis-Spielklasse, die Herren-Landesliga A, war heuer hart umkämpft – zumindest auf den Plätzen zwei bis acht. Wer sich den Platz ganz oben holen sollte, war schon nach den ersten Runden klar: der UTC Pöttsching.

Sieht man sich die Spielerliste des Vereins an, so fallen gleich zehn Legionäre auf, die offensichtlich nur zu einem Zweck rekrutiert wurden – den Meistertitel zu gewinnen und wohl auch den Weg in die 2. Bundesliga zu ebnen. Meist mit fünf ausländischen Spielern im Gepäck, gab der UTC Pöttsching in sieben Meisterschaftsrunden gerade einmal drei Matches ab, zwei davon durch Aufgabe. Im großen „Showdown“ gegen den Zweitplatzierten St. Margarethen waren es sogar sechs Legionäre, die alles für den Meistertitel klar machten.

Kein Wunder also, wenn Gegner und Beobachter an der Sinnhaftigkeit einer burgenländischen Meisterschaft unter diesen Voraussetzungen zweifeln. Dem Verein sei es definitiv gegönnt, dass er den Titel und einen möglichen Aufstieg feiern kann. Fragt sich nur, ob dann in der 2. Bundesliga über kurz oder lang auch wieder „echte“ Pöttschinger zum Einsatz kommen dürfen und dann auch für den notwendigen Lokalpatriotismus sorgen können.