Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Geisterschloss im Zentrum. RICHARD VOGLER über das Mattersburger Einkaufszentrum.KOMMENTARDie Situation im MEZ ist hinlänglich bekannt: Im unteren Geschoß ist quasi „tote Hose“. Dort gibt es im Eingangsbereich zwar eine Bäckerei und ein Modegeschäft.

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KOMMENTARDie Situation im MEZ ist hinlänglich bekannt: Im unteren Geschoß ist quasi „tote Hose“. Dort gibt es im Eingangsbereich zwar eine Bäckerei und ein Modegeschäft.
 
Im Inneren schloss der letzte Frequenzbringer, die Papierwarenhandlung Libro, Ende 2009 seine Filiale, die Firma Illek Sanag übersiedelte vergangenes Jahr nur wenige Meter vom MEZ entfernt in die Gustav-Degen-Gasse. Bleiben nur noch das Sozialprojekt „Mein Laden“ und zwei Gastronomieeinrichtungen – der „Traumfänger“ und das „Bierkistl“. Betrachtet man das Angebot, so ist es doch etwas verwunderlich, dass es dazu kommen musste. Ein Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt, eine Stunde kostenloses Parken inklusive, bietet die besten Voraussetzungen. Der Besitzer, eine große Immobilienfirma, hat augenscheinlich verabsäumt, mit der Zeit zu gehen und sich dem Konkurrenzkampf mit den Einkaufszentren an der Peripherie – dem FMZ 2000 und der Arena – zu stellen.

Der Zug ist nun jedoch abgefahren, jeder vernünftige Wirtschaftstreibende wird sich hüten, sein Geschäft im MEZ zu eröffnen. Die bittere Realität ist also: Das MEZ ist außen „hui“, innen „pfui“ und das „Geisterschloss“ wird Mattersburg wohl oder übel noch eine lange Zeit erhalten bleiben.

r.vogler@bvz.at