Erstellt am 18. Januar 2012, 00:00

Kein Platz für Nostalgie. RICHARD VOGLER über das Ende des Neudörfler Heurigen Eisler.

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Wenn man Anna und Franz Eisler beim Plaudern über ihren Heurigen zuhört, dann merkt man den beiden an, dass ihr Herzblut daran hängt. Kein Wunder, Anna Eisler führte den Heurigen seit mehr als 50 Jahren, Sohn Franz wuchs quasi im Buschenschank auf. Mit dem Umstand, dass die Ex-Frau von Franz Eisler die Konzession nicht mehr zur Verfügung stellt, ist der Heurige Eisler Geschichte – was einfach schade ist. Denn dort gab es noch die klassische Heurigenkultur – die Chefin schnapste mit den Gästen und es gab noch das klassische „Budlstehen“. Das Ende des Heurigen ist an wirtschaftliche Überlegungen geknüpft. Eine Person, die die Konzession hergibt, anzustellen, wäre finanziell nicht leistbar. Die meisten anderen Heurigen hingegen im „Grinzing von Wiener Neustadt“ haben bereits auf ein Heurigenrestaurant umgesattelt und florieren.

Womit zu erkennen ist, dass sich auch die Heurigen dem allgemeinen Trend nicht entziehen können: Es überlebt nur jener, der sich den Gegebenheiten anpasst und mit der Zeit geht. In unser schnelllebigen Zeit ist für Nostalgie in der Gastronomie leider kein Platz mehr.

KOMMENTAR

r.vogler@bvz.at