Erstellt am 24. September 2014, 08:57

von Richard Vogler

Eine Reihe von Verfehlungen. Richard Vogler über den Marzer „Nazi-Keller“.

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Seit einigen Tagen sorgt der (noch nicht erschienene) Film von Regisseur Ulrich Seidl bereits im Vorfeld für Wirbel. Im Trailer sind fünf feiernde Marzer Musiker, inmitten von Nazi-Devotionalen, zu sehen. Das Thema polarisiert an sich, eine Reihe von Verfehlungen haben jedoch auch dazu beigetragen, dass die Sache für so viel Gesprächsstoff sorgt.

Der Regisseur vermittelt dort den Eindruck dass vier Statisten, die nichts mit dem nationalsozialistischen Gedankengut am Hut haben, Verfechter des Nationalsozialismus seien. Diese Darsteller haben jedoch auch ihres dazu beigetragen, dass die Angelegenheit derart hohe Wellen schlägt. Denn, wenn man sich inmitten von Nazi-Utensilien filmen lässt, ist Wirbel vorprogrammiert.

Und wenn jemand, wie der Marzer Josef O., NS-Devotionalien sammelt, lässt sich eine gewisse Affinität zur „braunen Zeit“ nicht verleugnen. Filmemacher Ulrich Seidl will mit seinen Werken in erster Linie emotional aufwühlen. Dies hat er wohl bereits im Vorfeld erreicht und das ist somit nicht die schlechteste Werbung für seine neueste Produktion ...