Erstellt am 03. Juni 2015, 11:09

von Richard Vogler

Machtlose SPÖ und ÖVP. Richard Vogler über die FPÖ-Zugewinne in Wiesen und Walbersdorf.

Die Wahl ist geschlagen, auf Landesebene werden die Koalitionsverhandlungen geführt und auf Bezirksebene stehen bei den einzelnen Parteien die Analysen des Wahlausganges an.

Einige Ergebnisse sind auf den ersten Blick nicht schlüssig zu erklären, wie etwa in der Gemeinde Wiesen. Diese ist mit dem langjährigen Landtagsabgeordneten und Bürgermeister Matthias Weghofer fest in ÖVP-Hand, dennoch gab es ein großes Minus von 16 Prozent für die ÖVP. Neben dem Umstand, dass Weghofer nicht mehr für den Landtag kandidierte, lag der große Zulauf zur FPÖ sicherlich daran, dass wenige Tage vor den Wahlen eine Diskussion um ein geplantes Asylheim entbrannte.

Erstaunliches ereignete sich ebenso im Mattersburger Ortsteil Walbersdorf, denn dort überholte die Freiheitliche Partei die ÖVP. Angesichts der Umstände, dass es in der Bezirkshauptstadt keine funktionierende Ortsgruppe gibt, eigentlich eine Sensation. Seitdem der damalige Parteiobmann Peter Pregl seine eigene Liste gegründet hat und das Walbersdorfer FPÖ-Urgestein Ernst Gerdenitsch auch aus der Partei austrat, gibt es in Mattersburg keine funktionierende Ortsgruppe der Freiheitlichen. Dennoch gab es für die FPÖ 21,6 Prozent der Wählerstimmen.

Die blauen Zugewinne in der Erdbeergemeinde Wiesen und Walbersdorf verdeutlichen somit eines: Wenn blaues Wählerpotential vorhanden ist, dann genügt anscheinend ein polternder Bundesparteiobmann HC Strache – ohne viel Zutun der kleinen Ortsparteien – und die beiden Großparteien sind auf Lokalebene machtlos dagegen.