Erstellt am 07. September 2016, 08:45

von Bettina Eder

Mehr Mut zum Risiko. Bettina Eder über die Diskussionen rund um ein Seniorenwohnprojekt in Neudörfl.

Baugenossenschaften und Gemeinden ziehen an einem Strang wenn es um Wohnungen – nicht nur für Junge, sondern auch für hilfsbedürftige Ältere – geht. Der Bedarf steigt. Auch im Bezirk gibt es immer mehr Projekte. Die meisten davon werden schnell realisiert, in Neudörfl zieht ich allerdings eines. Der Grund: Statt der geplanten „normalen“ Einheiten des betreuten Wohnens will man „Betreutes Wohnen Plus“ – also angeschlossen an ein Pflegeheim mit Rundumbetreuung – anbieten. Eine gute Sache, die das Angebot für unsere älteren Mitbürger abrundet, aber klarerweise auch mit wesentlich mehr Kosten verbunden ist.

Und das auch wenn eine Wohnung einmal leer steht. Wer aber trägt dann das finanzielle Risiko? Für Gemeinde, Betreiber oder den Besitzer – die Baugenossenschaft – könnte das zum finanziellen Fiasko werden. Leisten will sich das freilich keiner. Dennoch muss jemand diese Ausfallhaftung übernehmen, Hauptverantwortung trägt für die soziale Sicherheit natürlich die Politik. Nötig ist hier zwar Umsicht, aber auch Mut zum Risiko, denn der Bedarf lässt sich sicher nicht aufhalten.