Erstellt am 20. August 2014, 10:20

von Richard Vogler

Nicht für, sondern gegen die Bürger. Richard Vogler über den Auszug der Wiesener Opposition aus dem Gemeinderat.

Donnerstag vergangener Woche tagte das Wiesener Ortsparlament und es sollte eine kurze Sitzung werden, denn nach Auffassungsunterschieden zog die Opposition aus dem Gemeinderat aus. Was in den meisten Gemeinden für helles Aufsehen sorgen würde, ist in Wiesen keine Seltenheit, seit 2012 fand dieses Szenario nun zum sechsten Mal statt.

FPÖ-Gemeinderat Alois Artner begründet den Auszug damit, dass „wenn man mit dem Bürgermeister nicht diskutieren kann, bleibt uns Oppositionellen keine andere Möglichkeit, als diese Maßnahme zu ergreifen.“ Dass in der Wiesener Gemeindepolitik mehr auf emotionaler Ebene diskutiert wird, ist schon lange der Fall und jede Seite trägt ihr Schäuferl dazu bei, sodass auf die Sachebene vergessen wird.

Bei wichtigen Angelegenheiten sollte man als Gemeinderat jedoch persönliche Differenzen außen vor lassen. Denn mit dem Boykott verzögern sich wichtige Punkte, die Bauvorhaben zweier Jungfamilien konnten etwa nicht beschlossen werden. Das Verhalten der Opposition ist somit kontraproduktiv - man arbeitet nicht für, sondern gegen die Bürger.