Erstellt am 05. Januar 2011, 00:00

Öl ins Feuer. RICHARD VOGLER über die Werbeplakate für einen Wiener Neustädter Elektrogroßhändler.

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Die beiden Plakate an der Hauswand neben dem Mattersburger Kreisverkehr, die mit „Zur Nummer 1 in nur 14 Minuten“ auf einen Elektrogroßhändler in Wiener Neustadt hinweisen, sind nicht zu übersehen. Einem „Privatier“, der sich Geld dazuverdienen will, ist diese Aktion nicht übel zu nehmen. In diesem Fall ist die Sache jedoch anders. Der Besitzer des Gebäudes, an dem die beiden Plakate prangen, ist Unternehmer und SPÖ-Gemeinderat Michael Ulrich. Der Ärger der Vertreter von Wirtschaftskammer und Einkaufstreffpunkt ist verständlich. Seit die Arena existiert, fühlen sich die Mattersburger Unternehmer vernachlässigt. Immer wieder werden Rufe laut - ob gerechtfertigt oder nicht, sei dahingestellt - dass die Stadtgemeinde zu wenig für die Innenstadt tue.

Auch wenn der SPÖ-Politiker dies nicht bewusst getan hat: Damit wird weiteres Öl ins Feuer gegossen, denn die Botschaft werden die Unternehmer folgendermaßen deuten: Wenn sich ein SPÖ-Politiker dazu bereit erklärt, die Kunden nach Wiener Neustadt zu schicken, welchen Versprechungen von Seiten der Politik kann man da noch glauben? Ulrich wird durch die Plakate sein Budget zwar aufbessern, seiner Partei hat er damit jedoch keinen guten Dienst erwiesen.