Erstellt am 31. Mai 2012, 07:16

Raussperren ist Talente-Bremse. ALFRED WAGENTRISTL über kontraproduktive Aktionen der Funktionäre.

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Ein verärgerter Familienvater aus Pöttsching tippte mir zuletzt auf die Schulter und meinte: „Da predigen Fußball-Funktionäre in Zeiten von Europameisterschaft ’Komm-zum-Fußball-Parolen‘, doch wenn unsere Kinder nach den Hausaufgaben auf den Platz gehen wollen, geht das nicht, weil das Sportplatz-Areal versperrt wird.“ Auch in Baumgarten passierte Ähnliches. Auch dort beschwerte sich der Vater eines Zehnjährigen, dass der Fußballplatz des Vereins versperrt bleibt – wobei man anmerken muss, dass man in Baumgarten unmittelbar neben dem einladenden Sportplatz-Grün einen Funcourt errichtet hat.
So ändern sich die Zeiten in unseren Provinzgemeinden: Versuchten wir doch als Kinder immer unsere TV-Helden nachzuahmen. Spielte es Robin Hood, tummelten sich kurz danach Freunde mit selbst geschnitzten „Säbeln“ auf den Straßen. Wenn die Tour de France lief, wurden Rad-Wettkämpfe ausgetragen und liefen Fußball-Großereignisse, wurden die Stars nachgeahmt. Ob das auf einem Funcourt gleich viel Spaß macht wie auf einem Fußballplatz, darf hinterfragt werden. Auch wenn die Sportplatzerhaltung klarerweise Geld kostet: Raussperren ist trotzdem eine Talente-Bremse.