Erstellt am 18. Februar 2015, 09:53

von David Hellmann

Spaßfaktor muss bestehen bleiben. David Hellmann über die Gefahren der Professionalisierung im Amateurfußball.

Die Professionalisierung des Amateurfußballs schreitet voran. Professionellere Trainingsmethoden, bessere Trainingsbedingungen und eine höhere Anzahl an Trainingseinheiten – was gut klingt, birgt allerdings großes Gefahrenpotenzial. Denn der erhöhte Zeitaufwand ist für viele Amateurkicker nicht mehr tragbar.

Gerade in der Vorbereitung sind drei Trainings plus Spiel auch in den untersten Klassen keine Seltenheit mehr. Für in Wien weilende Berufstätige oder Studierende gehen hierbei schon mal bis zu fünf Stunden pro Einheit drauf – und das an jedem zweiten Tag. Ein Aufwand, den sich viele nicht mehr leisten wollen. So ist es wenig verwunderlich, dass immer mehr Kicker bereits im jungen Alter ihre Schuhe an den Nagel hängen. Wo doch gerade in den Unterklassen der Spaß regieren sollte, verkommt das „Hobby“ Fußball so schnell mal zur lästigen Pflicht.

Durch das Ausscheiden der Einheimischen steigt weiterhin der Bedarf an Auswärtigen. Die dadurch entstehenden Kosten treiben in Folge wiederum die Professionalisierung voran. Es entsteht hier ein regelrechter Spiraleffekt. So kommt es zu einer Entwicklung, die nicht das Ziel des Unterklassenfußballs sein darf. Denn im Endeffekt könnte dies zu einer echten Bedrohung für das „Hobby“ Fußball werden.