Erstellt am 14. Oktober 2013, 22:01

Vorbildfunktion mit Füßen getreten. Christian Pöltl über die Folgen des skandalösen Nachspiels in Draßmarkt. Kinder haben mehrere Bezugspersonen – etwa ihre Lehrer, ihre Trainer, Vorbilder aus der persönlichen Umgebung, aber vor allem ihre Eltern.

Kinder haben mehrere Bezugspersonen – etwa ihre Lehrer, ihre Trainer, Vorbilder aus der persönlichen Umgebung, aber vor allem ihre Eltern.Sie eifern ihnen nach, wollen in aller Regel so sein wie sie, oder zumindest so werden.

Dieses Bewusstsein muss aus pädagogischer und erzieherischer Perspektive geschärft werden, wurde am Sonntag am Draßmarkter Sportplatz – als sich nach dem Abpfiff um die 40 Personen eine Massen-Rauferei lieferten – aber im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Fußball ist eine Sportart, die von Emotionen lebt und durch diese ihren Reiz ausstrahlt – Worte wie ein alter Hut. Dass die Emotionen nicht immer optimal kanalisiert werden, versteht sich auch von selbst.

Das in Draßmarkt Passierte war aber ein Extremfall, der fassungslos machte. Noch dazu, da sich eben mitten zwischen den Jägern und Gejagten, die nach dem Schlusspfiff über den Platz hirschten, Kinder befanden, die das Treiben nicht nur mit belustigenden Augen beobachteten, sondern sogar in die Hasstiraden einstimmten. Die „Vorbilder“ vermittelten wohl das Gefühl, das müsse so sein, quasi als „Part of the Game“.

Pädagogisch höchst bedenklich, vom allgemeinen Niveau her zudem problematisch: Der ernsthaft betriebene Amateurfußball verliert durch solche Aktionen einfach stark an Glaubwürdigkeit.