Erstellt am 01. Juli 2015, 09:49

von Michael Kremser

Aus für Standort in Walbersdorf?. Der Traditionsbetrieb Walbersdorfer Ofenkachel musste beim Landesgericht Konkurs anmelden - Verfahren läuft noch bis August.

Seit Über 30 Jahren werden in Walbersdorf Kacheln hergestellt - die Zukunft ist nun ungewiss.  |  NOEN, Bauer
Vergangene Woche wurde beim Landesgericht Eisenstadt von der Firma Walbersdorfer Ofenkachel GmbH Konkurs angemeldet. Grund dafür – schlechte Auftragslage. Die Produktion von Ofenkacheln hatte im Hause der Walbersdorfer Ofenkachel bisher eine lange Tradition. Mit dem Erwerb des Standortes Walbersdorf durch die Wienerberger Ziegelproduktion begann 1983 die Renaissance der Ofenkachel im Unternehmen und im Bezirk. Bis 1996 war das Unternehmen auf die Produktion und den Vertrieb von Ofenkacheln ausgerichtet.

Ab diesem Jahr wurde der Grundstein zur Neuorientierung mit einer zweiten Produktschiene, neben den Ofenkacheln, gelegt. Seit dieser Zeit war das Unternehmen in der Lage alle Produkte, die zum Bau eines Kachelofens notwendig sind, anzubieten. Die Firma Walbersdorfer Ofenkachel GmbH, kurz WOK, erzeugt alle glatten Oberflächen für Kachelöfen und andere Heizgeräte wie etwa Schwedenöfen. Sie wurde 2007 von der Wienerberger an das deutsche Unternehmen Hagos verkauft. Die Kunden sind Hafner in ganz Österreich, in Deutschland und in der Schweiz.

Auswirkungen noch nicht bekannt

„Was die Eröffnung des Konkursverfahrens für Auswirkungen auf die zwölf Mitarbeiter des Betriebes hat, beziehungsweise ob das Unternehmen fortgeführt werden kann, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch offen“, heißt es von Seiten der Firmenleitung. Der zuständige Masseverwalter verwies auf Anfrage lediglich auf das offene Verfahren, zu dem er keine Auskunft geben könne. Beim Verfahren handelt es sich um ein Hauptverfahren im Sinne der EU-Insolvenzverordnung – dies bedeutet, dass obwohl der Hauptsitz der Firma Hagos in Deutschland ist, die Abwicklung des Konkurses in Österreich stattfindet, da hier Produktionsmittelpunkt ist.

Für die Bevölkerung hat die Kachelfabrik ohnehin längst an Bedeutung verloren. „Seit das Unternehmen von einer deutschen Firma gekauft wurde, hat man dort vom Ortskern eigentlich sehr abgeschieden gearbeitet, da haben wir im Ort nicht viel mitbekommen“, weiß Dorfwirt Josef Schwentenwein zu berichten.