Erstellt am 07. August 2013, 00:00

Kritik: Wahlwerbung in Gemeindezeitung. Unangemessen? / Sieggrabener Ortschef kündigt Kandidatur bei Nationalratswahlen im Ortsblatt an. SPÖ brüskiert sich über den Beitrag.

Von Katharina Tschürtz

SIEGGRABEN / Die SPÖ Sieggraben übt Kritik am ÖVP-Bürgermeister Vinzenz Jobst. Grund dafür ist ein Artikel in den Gemeindenachrichten über den Sieggrabener Ortschef, der bei den Nationalratswahlen antritt.

„Ich wurde bereits von vielen Leuten darauf angesprochen, ob dass normal ist, dass so etwas in einer Ortszeitung, die von der Gemeinde bezahlt wird, gemacht wird. Es wurde als anstandslos und überheblich bezeichnet, die Ortszeitung für eine Wahlwerbung zu verwenden“, so SPÖ-Ortsparteiobmann Andreas Gradwohl. Auch er sehe es nicht als in Ordnung an, die von Gemeindegeldern finanzierte Zeitung für Wahlwerbung zu missbrauchen.

Kritik an ohnehin VP-lastigen Gemeindenachrichten

„Die Gemeindenachrichten sind sowieso sehr ÖVP-lastig und da ist dies nur das Pünktchen auf dem i, wenn sie auch noch mit Wahlwerbung für die ÖVP zu den Nationalratswahlen versehen wird“, so Andreas Gradwohl. Der SPÖ-Politiker kritisiert vor allem die Art und Weise wie vom Bürgermeister vorgegangen wird.

„Gestaltet wird die Gemeindezeitung von der ÖVP. Es heißt zwar, die SPÖ wüsste, bis wann sie Beiträge dafür einreichen kann, aber ich habe für die vorhergehende Zeitung insgesamt acht Artikel eingereicht und erschienen sind lediglich acht Zeilen“, brüskiert sich der Parteiobmann der Sieggrabener SPÖ.

Konter: „Hätten auch über bei NR-Wahl antretenden SP-Politiker berichtet“

Laut ÖVP-Bürgermeister Vinzenz Jobst ist die Kritik nicht angebracht. „Bei den Landtagswahlen haben wir sowohl die Kandidaten der ÖVP als auch der SPÖ in der Zeitung vorgestellt. Wenn ein Bürgermeister als Spitzenkandidat für die Nationalratswahlen antritt, kann man wohl die Gemeinde darüber informieren“, begründet der Sieggrabener Ortschef und er führt weiter aus: „Würde ein SPÖ-Politiker aus Sieggraben antreten, dann hätten wir auch davon berichtet. Man sollte nicht alles so extrem politisieren. Wenn es interessante Neuigkeiten gibt, soll darüber auch berichtet werden. Wieso sollte ich mich als Person davon ausnehmen?“

Für Vinzenz Jobst steht fest, dass Informationen über die Menschen in der Gemeinde für alle gleich sein sollen. „Wir machen relativ selten Wahlwerbung und für mich ist der Artikel nichts Negatives“, so Vinzenz Jobst.