Mattersburg

Erstellt am 20. Juli 2016, 05:46

von Michael Kremser

Kommission ist nun gefordert. Plattform „Rettet das Kulturzentrum“ bekommt Unterstützung und will Prüfung – KUZ-Verantwortliche winken ab.

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Nachdem sich vor Kurzem die Denkmalschutzbehörde in der Causa Kulturzentrum Mattersburg einschaltete – die BVZ berichtete – bekommt die überparteiliche Plattform „Rettet das Kulturzentrum Mattersburg“ nun auch Unterstützung von Architekturkennern. Mit diesem Rückenwind wird die Forderung nach einer Expertenkommission lauter – die seitens des Landes dafür Zuständigen sehen dies allerdings gelassen.

Die Plattform hat mehrere international renommierte Experten aus Architektur und Denkmalpflege ersucht, Stellungnahmen abzugeben – als einer der ersten meldete sich Oliver Elser, international renommierter Architekturtheoretiker und Kurator am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, zu Wort.

„Das Kulturzentrum Mattersburg gilt als innovativer Beitrag zum Betonbrutalismus in Österreich. Doch nicht nur aus architektonischer Sicht, sondern auch aus kulturhistorischen Aspekten sei das Kulturzentrum Mattersburg als erstes im Burgenland von großer Bedeutung“, geht Elser in seiner Stellungnahme auf die Bedeutung des Kulturzentrums ein, und führt weiter aus: „Auch der Umstand, dass mittlerweile viele der baulichen Zeitzeugen des Brutalismus nicht mehr vorhanden sind beziehungsweise verändert wurden, macht es noch wichtiger, die wenigen noch im ursprünglichen Zustand erhaltenen Bauten zu schützen.“

Experten sollen eingehend prüfen

„Durch diese Stellungnahme in den Ansichten und Anschauungen voll bestätigt, fordert die Plattform, dass nun eine Kommission aus renommierten Denkmalpflegeexperten eingesetzt wird, um endlich eine professionelle Auseinandersetzung über eine sanfte bauliche Weiterentwicklung des Kulturzentrums zu gewährleisten“, so der Sprecher der Plattform, Johann Gallis.

Die Verantwortlichen seitens des Landes sehen allerdings derzeit keinen Handlungsbedarf diesbezüglich. Auf BVZ Anfrage hieß es aus dem Büro des zuständigen Landesrates Helmut Bieler, dass Wolfgang Kuzmits, Geschäftsführer der Kulturzentren, dafür zuständig sei. Dieser nimmt die Forderung – und die Prüfung durch den Denkmalschutz – gelassen. „Der Planungsprozess geht ungestört weiter – wir haben bereits im Vorfeld nach unseren Möglichkeiten geprüft, das Gutachten des Denkmalschutzes müssen wir abwarten“, so Kuzmits. Aktuell sei man im Zuge der Konzept-Umsetzung auf der Suche nach einem Gastronomiebetreiber, um ihn in die Planung der Räumlichkeiten miteinbeziehen zu können.