Erstellt am 12. Juni 2015, 13:17

von Richard Vogler

Neubau KUZ Mattersburg: Plattform gibt auf. Die überparteiliche Plattform „Rettet das Kulturzentrum Mattersburg“ distanziert sich von der weiteren Vorgangsweise und wird den Platz in der Jury für den Architektenwettbewerb nicht wahrnehmen.

Das Kulturzentrum Mattersburg  |  NOEN, Vogler/BVZ
Völlig überraschend gab die Unabhängige Plattform bekannt, dass sie am Entscheidungsprozess für den Neubau des Mattersburger Kulturzentrums nicht mehr teilnehmen wird.

Geht es nach Sprecher Johann Gallis, so konnte die Plattform keinerlei Einfluss auf die Vorgangsweise der Entscheidungsträger nehmen (siehe weiter unten).

Nun meldet sich Wolfgang Kuzmits, Geschäftsführer der Burgenländischen Kulturzentren, zu Wort. „Die Plattform war in jedem der einzelnen Schritte miteingebunden. Der Prozess war immer transparent und entspricht den rechtlichen Vorgaben“, so Kuzmits.

Wirbel um Neubau letztens im März 2015

Irritationen gab es zuletzt im März dieses Jahres. Bei einem „Runden Tisch“ wurde eine Skizze präsentiert, bei der Grundrisse des „neuen KUZ“ zu sehen sind. Johann Gallis, Vertreter der unabhängigen Plattform schlug bereits damals Alarm. „Anhand dieses Plans bleibt nur wenig von der Außenhülle übrig. So darf der Neubau auf keinen Fall aussehen!“.

Von Seiten der Kulturabteilung des Landes wurde damals folgendes entgegnet: „Die Studie ist lediglich eine Grundlage für das Raum- und Funktionsprogramm. Diese Skizze stellt keinen Plan für einen Grundriss dar. Wie das Gebäude gestaltet wird, obliegt den jeweiligen Architekten, die beim Wettbewerb teilnehmen. Dies können wir gar nicht vorschreiben“, hieß es aus dem Büro von Kulturlandesrat Helmut Bieler.

Kritik von ÖVP Richtung Bieler

Mit dem Ausscheiden der Plattform aus dem Prozess ist sie nun just beim letzten Part des Entscheidungsprozesses nicht mehr dabei. Die Plattform wäre eines von zehn Mitgliedern jener Jury gewesen, die die Entscheidung in welcher Art und Weise das KUZ umgestaltet wird, trifft.

Kritik kommt von der ÖVP-Bezirkspartei in Richtung Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ). „Es braucht einen ständigen Beirat als Begleitung zum Architektenwettbewerb“, so ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Sagartz und ÖVP-Stadtparteiobmann Michael Ulrich. Kuzmits entgegnet, dass „in der Jury bereits die Mieter und politische Entscheidungsträger eingebunden sind.“
 

BVZ.at hatte berichtet:

Neubau KUZ Mattersburg: Plattform gibt auf

Die überparteiliche Plattform „Rettet das Kulturzentrum Mattersburg“ distanziert sich von der weiteren Vorgangsweise und wird den Platz in der Jury für den Architektenwettbewerb nicht wahrnehmen.

x  |  NOEN, Vogler
„Man muss erkennen, wenn man eine Entwicklung nicht mittragen kann bzw. wann es an der Zeit ist, sich davon zu distanzieren - dieser Punkt ist nun endgültig erreicht", erläutert der Sprecher der Plattform, Johann Gallis, um weiter auszuführen: "Aus den bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit  mit den Verhandlungspartnern wurde es für die Vertreter der Plattform immer deutlicher, dass hier keinerlei Einfluss auf die Vorgangsweise der Entscheidungsträger möglich war, dass weder stichhaltige Argumente noch konstruktive Vorschläge Beachtung fanden."

Plattform will Verantwortung nicht mittragen

Die Plattform sieht sich nach wie vor den über 2000 Stimmen verpflichtet, die sich gegen einen Abriss des KUZ aussprachen: Den größten Teil des KUZ zu erhalten war das Ziel der Plattform.

"Seitens des Landes hat es den Anschein,  als sollte in der Planung nur ein minimaler Teil des Komplexes bestehen bleiben. Die Plattform kann und will hier nicht die Verantwortung für das zukünftige Geschehen um das KUZ mittragen; sie distanziert sich daher von der gegenwärtigen und weiteren Vorgangsweise der Entscheidungsträger und wird keinen Platz in der Jury für den Architektenwettbewerb einnehmen", hält Gallis abschließend fest.