Erstellt am 11. Juni 2014, 08:56

von Richard Vogler

KUZ: Bereits 500 Unterschriften. Enorme Resonanz nach nur einer Woche, drei Viertel der Unterzeichner bekennen sich namentlich dazu.

 |  NOEN, VOGLER
Neubau oder doch Sanierung? Dies ist die zentrale Frage rund um das Mattersburger Kulturzentrum, die für heftige Diskussionen sorgt.

Fall sogar im Landtag, Landeskonservator am Zug

Zunächst wurde im Rahmen einer Pressekonferenz von Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ), Mattersburgs Bürgermeisterin Ingrid Salamon (SPÖ) und der Neubau bekannt gegeben. Die ÖVP (Christian Sagartz) kritisierte die Vorgangsweise und auch im Landtag (siehe Seite 3 der dieswöchigen BVZ) war die Angelegenheit ein Thema.

Vergangene Woche formierte sich eine Bürgerinitiative, die mit der Unterschriftenaktion „Ich spreche mich gegen einen Abriss des Kulturzentrums aus“ bei den Entscheidungsträgern ein Umdenken bewirken will. „Mittlerweile haben an die 500 Personen unterzeichnet“, berichtet einer der Initiatoren.

Rund drei Viertel davon haben sich namentlich dazu bekannt, der Rest anonym. Mitte vergangener Woche schaltete sich Landeskonservator Peter Adam ein und es könnte sein, dass das Kulturzentrum unter Denkmalschutz gestellt wird.

„Ein Teil unserer jüngeren Kulturgeschichte“

Drei Eckpfeiler werden dabei der Prüfung unterzogen: „Das Gebäude in geschichtlicher, kultureller und künstlerischer Arbeit“, erläutert Adam, der weiter ausführt: „Man muss dabei schon erkennen, dass das KUZ Mattersburg eine große Bedeutung besitzt. Es war das erste Kulturzentrum im Burgenland, es ist ein Teil unserer jüngeren Kulturgeschichte.“

Die rechtlichen und baulichen Gegebenheiten werden bei der Entscheidung nicht außen vor gelassen. „Mann muss dabei natürlich auch die Bausubstanz des Gebäudes und die Auflagen der Bezirkshauptmannschaft miteinbeziehen“, so Adam abschließend.

Und jener Teil der Michael Koch-Straße, die im Besitz der Commerzialbank ist, wurde von einer Tageszeitung als möglicher Standort ins Spiel gebracht. Die Bank plant dort den Neubau des Gebäudes, mit der Stadtgemeinde gab es auch Gespräche zum Rathaus (ein Neubau oder ein Umbau des Gemeindeamtes wird angedacht).

Kulturlandesrat Bieler will breite Diskussion

Commerzialbank-Chef Martin Pucher relativiert die ganze Sache: „Ein Bekannter hat mich darauf angesprochen, ob das eine Alternative darstellen würde. Für uns hat der Neubau des Bankgebäudes Priorität, danach richtet sich alles andere. Die räumliche Notwendigkeit, die Konzeption und der Zeitablauf müssten da zusammenpassen. Bei mir hat es dazu noch keine Anfrage gegeben.“

Laut Kulturlandesrat Helmut Bieler ist die Michael Kochstraße für das KUZ kein Thema: „Bis jetzt gab es keine Standortfrage und es war auch kein Thema. Wir wollen uns jedoch eine breite Diskussion und uns grundsätzlich für alles offen sein.“