Erstellt am 17. Juni 2015, 05:26

von Richard Vogler

KUZ: Plattform zieht sich zurück. Kurz vor dem Ende des Entscheidungsprozesses zum Neubau ziehen Plattform-Vertreter Konsequenzen.

Edi Sieber: »Die Vorschläge der Plattform wurden nie berücksichtigt.«  |  NOEN, BVZ

Die Diskussionen rund um das Mattersburger Kulturzentrum finden mit einem Knalleffekt eine Fortsetzung: Die unabhängige Plattform zieht sich zurück – BVZ.at hatte vergangenen Freitag berichtet:



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„Die Vorschläge der Plattform wurden nie berücksichtigt. Dass das Gebäude im Wesentlichen erhalten bleibt, ist in der Studie auch nicht beinhaltet. Unter diesen Umständen ist der Rückzug der logische Entschluss“, hält Mattersburgs Altbürgermeister Edi Sieber, Mitglied der Plattform, fest.

Johann Gallis, Sprecher der Plattform, geht in einer Presseaussendung ins Detail: „Man muss erkennen, wenn man eine Entwicklung nicht mittragen kann oder wann es an der Zeit ist, sich davon zu distanzieren – dieser Punkt ist nun endgültig erreicht“, erläutert Gallis, um weiter auszuführen: „Aus den bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Verhandlungspartnern wurde es für die Vertreter der Plattform immer deutlicher, dass hier keinerlei Einfluss auf die Vorgangsweise der Entscheidungsträger möglich war, dass weder stichhaltige Argumente noch konstruktive Vorschläge Beachtung fanden. Die Plattform kann und will hier nicht die Verantwortung für das zukünftige Geschehen um das KUZ mittragen.“

ÖVP-Kritik in Richtung Kulturlandesrat Bieler

Die Plattform hatte sich gebildet, als der ursprüngliche Plan bekannt wurde, das Kulturzentrum abzureißen und sammelte 2.000 Unterschriften, die sich für den Erhalt des Gebäudes aussprachen.

Mit dem Ausscheiden der Plattform aus dem Prozess ist sie nun just beim letzten Part des Entscheidungsprozesses nicht mehr dabei. Die Plattform wäre eines von zehn Mitgliedern jener Jury gewesen, die die Entscheidung, in welcher Art und Weise das KUZ umgestaltet wird, trifft.

Wolfgang Kuzmits, Geschäftsführer der Burgenländischen Kulturzentren, reagiert: „Die Plattform war in jedem der einzelnen Schritte miteingebunden. Der Prozess war immer transparent und entspricht den rechtlichen Vorgaben“, so Kuzmits.

Kritik kommt von der ÖVP-Bezirkspartei in Richtung Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ). „Es braucht einen ständigen Beirat als Begleitung zum Architektenwettbewerb“, so ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Sagartz und ÖVP-Stadtparteiobmann Michael Ulrich. Kuzmits entgegnet, dass „in der Jury bereits die Mieter und politische Entscheidungsträger eingebunden sind.“