Erstellt am 07. August 2013, 00:00

Landärzte: Die Hälfte erreicht Pensionalter. Ärzteengpass? / Ärztekammer kündigt Problemen bei Nachbesetzung der Landärzte an. Bezirksärztevertreterin und BH geben Entwarnung.

Von Katharina Tschürtz

BEZIRK / Die Ärztekammer Burgenland befürchtet in den kommenden Jahren burgenlandweit einen Ärztemangel bei den Landärzten. Von den 16 Landärzten im Bezirk Mattersburg – dabei handelt es sich um alle praktischen Kassenärzte in den Gemeinden, ausgenommen der Stadtgemeinde Mattersburg – sollen acht, also die Hälfte, 55 Jahre oder älter sein.

„In den nächsten fünf bis zehn Jahren erreichen somit 50 Prozent der Landärzte im Bezirk das Pensionsalter. Burgenlandweit sind es 61 Prozent“, so der Direktor der Ärztekammer Burgenland Thomas Bauer.

Schriefl: „Wird bald zu ernsten Versorgungs-Engpässen kommen“

Die Ärztekammer fordert die Politik und die Sozialversicherungen auf, endlich zu reagieren. „Ohne wirksame Steuerungsmaßnahmen wird es im Burgenland schon bald zu ernsten Engpässen bei der medizinischen Versorgung auf dem Land kommen, weil der ärztliche Nachwuchs fehlt und leere Arztpraxen immer schwieriger nachbesetzt werden können. Abhilfe schaffen könnte eine bessere Finanzierung längerer Öffnungszeiten, die Beseitigung rechtlicher Hürden für Hausapotheken und familienfreundliche Arbeitsbedingungen für Landärztinnen und Landärzte“, betonte Vizepräsident Dr. Michael Schriefl, Sprecher der niedergelassenen Ärzte und selbst Landarzt, heute bei einer Pressekonferenz.

Bezirksärztevertreterin sieht Situation als unbedenklich

Bezirksärztevertreterin Dr. Marlene Angerer sieht die Situation im Bezirk Mattersburg als eher unbedenklich: „Im Moment sieht es nicht schlecht aus. Ein Großteil der Ärzte, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, sind wieder in ihren Heimatort oder zumindest in ihren Heimatbezirk zurückgekehrt. Lediglich bei den Urlaubsvertretungen gibt es immer wieder Engpässe.“ Zu den Hausapotheken meint die Bezirksärztevertreterin: „Vor allem für ältere Menschen in kleineren Dörfern ist es praktischer, da diese meist nicht mehr so mobil sind.“

Auch Bezirkshauptmann Klaus Mezgolits befürchtet für den Bezirk Mattersburg keinerlei Engpässe bei den Ärzten: „Mattersburg ist, wie die anderen, nördlichen Bezirke, durch seine Verkehrsanbindung zu Wien und Wiener Neustadt ein attraktiver Standort für Ärzte.“