Erstellt am 31. Oktober 2012, 00:00

Lehrer gegen Direktor. Wirbel an HTL / Schütz wirft Schulleitung unrechtmäßige Vorgehensweise vor. Landesschulrat veranlasst Untersuchung gegen den Lehrer.

HTL-Lehrer Herbert Schütz: „Ich fühle mich gemobbt und werde dagegen vorgehen.“  |  NOEN
Von Katharina Tschürtz

ROHRBACH/EISENSTADT / Nach dem Streit um den Vorbereitungskurs für die Physikolympiade will HTL-Lehrer Herbert Schütz juristische Schritte gegen Direktor Stefan Wagner ausloten. Landesschulratspräsident Gerhard Resch lässt Vorgehensweise von Schütz prüfen.

In den vergangenen Jahren wurde dieser Freigegenstand von HTL-Lehrer Herbert Schütz abgehalten, der sich seit Herbst 2011 für die FPÖ Rohrbach engagiert.

Zu Schulbeginn war noch unklar, ob und in welcher Art der Vorbereitungskurs an der HTL stattfinden sollte. „Wir haben im Vorjahr tolle Erfolge erzielt. Vor ein paar Wochen wurden zwei andere Lehrer dafür vorgesehen, wobei einer abgesagt hat und ein anderer eingesprungen ist“, so Herbert Schütz, der weiter ausführt: „Ich wurde gefragt, ob ich klären könnte, wer von den bei mir gemeldeten Schülern nun dabei sein wolle. Daraufhin bin ich zu den Schülern gegangen und habe ihnen die Situation erklärt. Es sind bereits zwei Monate an Vorbereitungszeit versäumt worden und es gibt vom Direktor bestimmte, neue Kursleiter.“

Wie laut Schütz bei der Anmeldung für einen Freigegenstand üblich, hielten die Schüler mit Ihrer persönlichen Unterschrift fest, ob sie an der Teilnahme interessiert sind. Alle 19 Schüler bekundeten, nicht am Kurs teilnehmen zu wollen. Dies wurde gegenüber der Schulleitung kommuniziert. Die Schulleitung ließ die Schüler daraufhin befragen.

„Schüler fühlten sich  unter Druck gesetzt“

„Einige Schüler sind aufgeregt zu mir gekommen und teilten mir mit, dass sie sich dabei unter Druck gesetzt fühlten und sogar angeschrien wurden. Da es sich um einen Freigegenstand handelt, steht es ihnen natürlich völlig frei, teilzunehmen oder nicht“, so Herbert Schütz, der weiters anmerkt: „Ich hatte einen Teil dieser Schüler auch im herkömmlichen Unterricht, jedoch ab diesem Schuljahr nicht mehr. Warum das so ist, konnte mir die Schulleitung jedoch nicht pädagogisch begründen, obwohl die Schüler mich weiterhin als ihren Lehrer haben wollten.“ Für den HTL-Lehrer sei es vor allem wichtig, dass die Schüler in Zukunft rausgehalten werden und sie die Freiheit haben in ihrer Freizeit mit dem Lehrer zu lernen, den sie selbst wollen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Herbert Schütz möchte in dieser Sache alle juristischen Schritte ausnutzen. Eine Klage wegen unrechtmäßigen Vorgehens seitens der Schulleitung sieht er im Bereich des Möglichen. „Zudem fülle ich mich gemobbt und werde dagegen vorgehen“, so der Lehrer und FPÖ-Politiker.

Der HTL-Direktor Stefan Wagner verweist in dieser heiklen Angelegenheit auf den Landesschulrat (LSR). „Direktor Wagner hat meine volle Unterstützung. Es kann nicht sein, dass ein Lehrer vorgibt, wie der Unterricht an einer Schule eingeteilt wird und wer unterrichten darf und wer nicht. Es läuft eine Untersuchung, da Herbert Schütz zugegeben hat ein Formular für die Schüler verfasst zu haben, wo durch diese ihr Interesse an der Physikolympiade bekunden konnten. Ein Lehrer darf nicht das Abhängigkeitsverhältnis der Schüler benutzen. Zudem hat Schütz bei deiner Pressekonferenz der FPÖ Direktor Wagner als inkompetent bezeichnet. Beide Vorfälle werden geprüft und diesbezüglich die nötigen Schritte eingeleitet“, so LSR-Präsident Gerhard Resch.