Erstellt am 09. Februar 2011, 00:00

Loipersbach: Keine Unterkunft für Soldaten. AUFGELASSEN / Die Grenzsoldaten sind nicht mehr in Loipersbach untergebracht. Im Bezirk wird dennoch noch patrouilliert.

Baldiges Aus. Seit 20 Jahren kontrollieren Grenzsoldaten die österreichische Staatsgrenze im Bezirk Mattersburg und im restlichen Burgenland. Die Unterkunft in Loipersbach wurde vor kurzem aufgelassen, da bis Ende des Jahres die Anzahl der Soldaten nach und nach reduziert wird.BALDAUF  |  NOEN
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LOIPERSBACH / An den Anblick von Bundesheersoldaten hat man sich in der Gemeinde Loipersbach über die Jahre hinweg schon recht gewöhnt. Vor allem rund um die Kirchengasse. Hier dienten die Räumlichkeiten einer ehemalige Gaststätte als Herberge für die Soldaten.

Vor kurzem wurde die Unterkunft in Loipersbach aufgelassen. Loipersbach wird seit dem von dem Posten in Siegendorf mitbetreut.

Für die Gemeinde Loipersbach bedeutet die Auflassung der Unterkunft in der Kirchengasse einen Abgang einer Einnahmequelle und einen gefühlten Sicherheitsverlust. „Das Bundesheer vermittelte ein gewisses Gefühl der Sicherheit. Zudem hat die Trafik und die Wirtsleute zum Teil von den Soldaten gelebt. Zwar sind sie immer noch im Dorf unterwegs, aber nicht mehr so oft wie früher“, so Ortschef Herbert Tschürtz. Immerhin waren in Loipersbach 42 Grenzsoldaten stationiert.

Ein 20-jähriger Student aus Loipersbach: „Durch das Bundesheer fühlt man sich sicher, überhaupt da wir so nahe an der Grenze leben. Die Grenzsoldaten sind ständig unterwegs, während man die Polizei eher selten in unserem Dorf sieht.“

Einen anderen Eindruck hat eine 75-jährige Loipersbacherin: „Ich fühle mich in meinem Haus sehr sicher und mir ist es egal ob das Bundesheer da ist oder nicht. Den einzigen Nachteil haben die Wirtsleute bei denen die Soldaten untergebracht waren, da die Einnahmen nun ausbleiben.“

„Zu Beginn war alles  recht chaotisch organisiert“

Einer der ersten 170 Bundesheersoldaten, die im September 1990 die Grenze sicherten, war der Forchtensteiner Michael Schranz (den Fußballfans als Regionalliga-Kicker, unter anderem beim SV Mattersburg bekannt), der in der Kaserne „Groß-Mittel“ in Sollenau stationiert war. „Es ging alles ganz schnell. Wir erfuhren zunächst, dass wir Grenzdienst versehen sollten. Fünf Tage später in etwa waren wir in Nickelsdorf. Zu Beginn war alles recht chaotisch organisiert, wir mussten auf Stroh in einer Garage schlafen.“

Der Grund für die Auflassung ist das Ende des Assistenzeinsatzes des Bundesheers bis Ende des Jahres. Während in den südburgenländischen Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf mit Ende 2010 der Assistenzeinsatz ausgelaufen ist, wird in Neusiedl, Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf noch patrouilliert.

Bis zum endgültigen Ende der Grenzsoldaten werden die Soldaten sukzessive reduziert.

Mit dem Fall der Schengengrenze im Dezember 2007 wurde im Burgenland der „Assistenzeinsatz Neu“ umgesetzt.

Das Hinterland wurden seitdem mit maximal 1500 Soldaten im 24 Stunden Dienst versehen. Die Soldaten durften von da an keine Anhaltungen von illegalen Grenzgängern mehr vornehmen, sondern nur Beobachtungen an die Exekutive melden.