Erstellt am 06. April 2011, 00:00

Marz: Herbert Grath tritt als SPÖ-Vize zurück. RÜCKTRITT / Da ÖVP-Ortschef Hüller sein Abteilungs-Chef wurde, verabschiedet sich nun SPÖ-Vize Grath aus der Politik.

Sein politischer Gegner in der Gemeinde Marz wurde nun zu seinem Vorgesetzten im Berufsleben. Die logische Konsequenz für Herbert Grath: der Rücktritt als Vizebürgermeister und der Ausstieg aus der Politik.ZVG  |  NOEN
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VON KATHARINA TSCHÜRTZ

MARZ / Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. So auch im Falle der Fraktionschefs der Gemeinde Marz. Mit Dekret vom 30. März wurde ÖVP-Bürgermeister Gerald Hüller von Landeshauptmann Hans Niessl mit der Leitung der Abteilung für Wasser- und Abfallwirtschaft im Amt der Burgenländischen Landesregierung betreut. Somit ist der ÖVP-Ortschef nun der direkte Vorgesetzte des Marzer SPÖ-Vizebürgermeisters Herbert Grath, der für sich daraus nur folgende Konsequenz ziehen konnte: „Mit der nunmehrigen Personalentscheidung sehe ich die Stabilität der beruflichen Stufe im vollen uneingeschränkten Umfang nicht mehr gegeben. Ich habe mich daher entschlossen, aus der Politik auszusteigen. Mit 1. April lege ich mein Vizebürgermeisteramt, mein Gemeinderatsmandat und meine politischen Funktionen zurück“, so der nunmehr ehemalige Vize von Marz.

Nach 25 Jahren Rückzug  aus dem Politikleben

Herbert Grath war 25 Jahre lang Mitglied der sozialdemokratischen Partei. In der SPÖ-Fraktion von Marz agierte er bereits 15 Jahre lang und zehn Jahre lang war er als SPÖ-Gemeinderat in Marz tätig. Nach fünf Jahren als Vizebürgermeister zieht er sich nun vollkommen aus der Politik zurück.

„Ein gesundes, friktionsfreies Arbeitsverhältnis ist bei der derzeitigen Konfliktsituation - politischer Gegner in der Gemeinde und gute Zusammenarbeit im Beruf - meiner Meinung nach langfristig nicht möglich“, steht für Herbert Grath fest. Der Marzer arbeitet bereits seit 20 Jahren in der Abteilung Wasser- und Abfallwirtschaft. „Ich stand meinen Vorgesetzten immer loyal gegenüber“, so der Amtssachverständige.

Für Herbert Grath waren die Prioritäten stets klar: an erster Stelle die Familie, dann der Beruf und danach die Politik. „Ich habe mich immer auf meine Leute in der Fraktion verlassen können. Nun tut es mir leid, dass ich sie nun verlassen muss“, verrät der ehemalige SPÖ-Politiker etwas geknickt. „Vor allem tut es mir leid um die gute Zusammenarbeit. Es hat meist Spaß gemacht, überhaupt wenn man anderen durch seine politische Funktion helfen konnte“, so Herbert Grath.

Wie es in der Marzer SPÖ nun weitergeht, steht noch nicht fest. Am Montag wurde eine Fraktionssitzung einberufen. „Auch wenn ich nicht mehr in der Fraktion mitarbeite, habe ich meinen ehemaligen Kollegen angeboten ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Aber die aktive politische Mitarbeit ist nun vorbei“, steht für Herbert Grath fest.