Mattersburg

Erstellt am 13. Januar 2018, 03:03

200. Todestag des großen Naturforschers Paul Kitaibel. Paul Kitaibel wurde am 3. Februar 1757 in Mattersburg geboren, er starb 1817. Seine Forschungen waren bahnbrechend.

Zeichnung. Bei der letzten Gemeinderatssitzung präsentierten Bürgermeisterin Ingrid Salamon und Eduard Sieber eine florale Blätterzeichnung.  |  BVZ, R. Vogler

Paul Kitaibels Todestag jährte sich im Vorjahr bereits zum 200. Mal. Der bedeutendste Naturforscher Ungarns wurde am 3. Februar 1757 in Mattersburg geboren, er starb am 13. Dezember 1817 in Pest (Ungarn).

Seine Eltern, Paul und Franziska (geborene Feichtinger) stammten aus Walbersdorf. Der Vater dürfte im damaligen Mattersdorf einen Weinhandel betrieben haben. Die Quellen sprechen davon, dass er ein wohlhabender Bauer gewesen sei.

Paul war für geistlichen Beruf bestimmt

Paul und sein jüngerer Bruder waren – interessanterweise – für den geistlichen Beruf bestimmt, was für einen Bauern unwahrscheinlich ist, da Bauern ja einen „Hoferben“ brauchen, ein Weinhändler braucht das nicht.

Das 18. Jahrhundert war eine Art zweite Renaissance. Fast alles, was wir jetzt an Errungenschaften von Wissenschaft und Technik kennen, das literarisch, philosophisch und künstlerisch nachwirkte bis in unsere Gegenwart, ist vor etwa 200 Jahren entstanden.

Paul Kitaibel. Der große Naturforscher, der in Mattersburg geboren wurde, starb 1817 in Ungarn (Pest). Einer seiner großen Vorbilder war Carl von Linné.  |  BVZ, zVg

Politisch ist es zunächst die Zeit Maria Theresias, die die Grundschule anordnete, 1776 – 1783 Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, 1789 Französische Revolution und dann vor allem Napoleon – der Beginn der Volkskriege der Neuzeit. Auch in der Kunst tat sich einiges – Größen wie Goethe, Schiller, Wieland oder Lessing veröffentlichten ihre Werke.

Mozart, Haydn, Schubert oder Beethoven komponierten die Stücke, die in den Konzertsälen mit Begeisterung aufgeführt werden.

Kant, Hegel Fichte oder Schelling schrieben ihre epochalen philosophischen Abhandlungen. Caspar David Friedrich und die Romantiker malten – beeinflusst von Raffael und Michelangelo. James Watt baute die erste Dampfmaschine, Cartwright entwickelte den mechanischen Webstuhl. Carl von Linné – wichtig für Kitaibel – schuf ein neues System der Ordnung von Tieren und Pflanzen, das heute noch gilt.

Kitaibls Forschungen waren bahnbrechend

Vielleicht hat Kitaibel nicht allzu viel von dem bemerkt, aber auch seine Forschungen sind epochal bahnbrechend – die Darstellung der Flora eines Landes.

Kitaibl besuchte – von 1770 bis 1776 – die Schule der Benediktiner in Sopron (eine Gedenktafel erinnert noch heute an den prominenten Schüler), von 1776 bis 1780 war er am Gymnasium in Raab, wo er sich für die Universität vorbereitete, und diese im Jahre 1780 in Ofen bezog. Anfänglich betrieb Paul Kitaibl rechtswissenschaftliche Studien, wechselte aber bald zu Medizin und Biologie. Noch als Studierender wurde er 1784 Adjunkt für Chemie und Botanik bei Professor Winterl, einem Botaniker aus Oberösterreich, und erhielt 1785 die Doktorwürde für Medizin – damals vor allem Kräuterheilkunde.

Das Studium der Botanik betrieb Kitaibel mit Vorliebe. Nachdem er 1792 eine wissenschaftliche Reise nach Kroatien unternommen und diese bis Fiume ausgedehnt hatte, kehrte er nach Pest zurück, wo er im folgenden Jahre zum Korrepetitor der Pharmazeuten ernannt wurde. Als er 1794 die Aufsicht des botanischen Gartens erhielt, gab er die Korrepetitorstelle auf. 1816 trat er in den Ruhestand, den er aber nur mehr kurze Zeit genießen konnte.