Mattersburg

Erstellt am 08. Oktober 2016, 09:31

von Bernhard Fenz

Erholung in der Wildnis für Wolfgang Haenlein. Der Sportjournalist lebt seine Motorrad-Leidenschaft. Während andere Urlaub im Liegestuhl machen, sucht er das Offroad-Abenteuer – zuletzt in Albaniens Bergen.

Gastfreundlich. Der Kontakt zu den Einheimischen bleibt in positiver Erinnerung.  |  BVZ

Er ist kein glühender Asphalt-Cowboy, der den Kick mit knapp 300 Sachen auf der Autobahn benötigt. Wenn Wolfgang Haenlein von seiner absoluten Lieblingsbeschäftigung auf zwei motorisierten Rädern spricht, ist das sogenannte Offroad-Fahren sein persönliches Paradies. Das heißt: Unbefestigte Wege überwinden, im Gelände fahren und dadurch Abenteuer in unbekannten Gebieten (er)leben. Diese Liebe führt den gebürtigen Mattersburger, der auch jahrelang in Eisenstadt wohnhaft war, mittlerweile regelmäßig in seiner Freizeit an bestens geeignete Plätze.

Viel Pech in der Mongolei

Vor rund einem Jahr ging es dazu in die Mongolei, wo der Krone-Sportjournalist Pech hatte und bei dem gar nicht so ungefährlichen Hobby im unwegsamen Gebiet einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitt. Diesmal war unter anderem im September Albanien an der Reihe – und diesmal sollte der Trip wie geschmiert verlaufen.

„Ein wahres Offroad-Paradies, das nicht weit entfernt ist. Du kannst überall fahren, wo du fahren willst – es ist ein Traum. In Albaniens Bergen gibt es genügend unbefestigte Wege, die sich durch Regenfälle, Murenabgänge und dergleichen permanent verändern“, weiß Haenlein zu berichten. „Da weißt du auch nie, wie die Bodenverhältnisse sein werden. Manchmal haben wir einen ganzen Tag für 150 Kilometer benötigt, weil Flussdurchfahrten, schlechte Pisten oder diverse Hindernisse im Weg waren.“ Das mache es auch so spannend, wenn man beim „Enduro-Wandern“ unterwegs sei. Der 50-jährige Sport-Experte spricht dabei übrigens vom „Genussfahren“ im unwegsamen Gelände ohne Wettbewerbstempo. Wobei: Ungeübten Motorradfahrern wäre das hier dem Guten zu viel. Soviel ist fix.

Bald auf den Spuren der Fußball-Debakel?

Unterwegs war Wolfgang Haenlein übrigens mit zwei Freunden („Endurofahren ist Teamwork, man hilft sich gegenseitig.“), die allesamt die Motorradleidenschaft teilen und die sich vor Ort von den hochinteressanten Gegebenheiten überzeugen konnten. „Das Leben und die Infrastruktur in den Bergen ist vergleichbar wie bei uns vor 100 Jahren. Wir haben interessante und extrem gastfreundliche Leute getroffen – speziell in den Dörfern. Die haben nichts und laden dich trotzdem ein.“

Selektiv. Die Berge Albaniens bieten ein breites Spektrum an interessanten Gebieten für das Offroad-Fahren.  |  BVZ, zVg

Pläne für die nächsten Abenteuer gibt es übrigens bereits einige. So sollen das Baltikum, die ukrainischen Karpaten, das Nordkap oder die Pyrenäen bereist werden. Eine besonders interessante Idee hat Wolfgang Haenlein auch noch geboren: „Eine Reise auf den Spuren rot-weiß-roter Fußball-Debakel auf die Färöer Inseln und nach Island. Das lässt sich sehr gut miteinander verbinden und es gibt dort tolle Offroad-Strecken.“ Somit hat das 0:1 auf den Färöer 1990 sowie das 1:2 bei der EURO im Juni gegen Island dann doch noch wenigstens irgendwie Sinn gemacht.

Einzig das 0:9 1999 im spanischen Valencia bleibt auch für Haenlein in diesem Zusammenhang uninteressant. „Dann wäre die Tour doch zu lange …“

Mehr über Wolfgang Haenleins Reisen: www.bike-on-tour.com