Erstellt am 25. Januar 2012, 00:00

Mattersburg erkämpft sich sein Rettungsauto. ROTES KREUZ / Nach zweieinhalb Stunden Verhandlungsgesprächen kann die Bezirksstelle weiter auf das zweite Auto zählen.

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VON RICHARD VOGLER

MATTERSBURG / Die angekündigten Einsparungsmaßnahmen beim Roten Kreuz sorgten wie in den anderen betroffenen Bezirken im Vorfeld für Unruhe. Die Mattersburger Bezirksleitstelle kann jedoch aufatmen – ihr verbleiben weiterhin zwei Rettungsautos.

E-Mail sorgte für  Verunsicherung

Zur Vorgeschichte: Vergangene Woche trudelte ein Mail mit der Ankündigung, ein Rettungsauto einsparen zu müssen, ein. „Wir haben dazu nur den Kopf geschüttelt. Wenn man finanziell kürzen muss, dann wäre es logisch, dass beim Personal eingespart wird. Ein Rettungsauto einzusparen, ist unverständlich“, hält ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes fest. Am Montagabend tagten Bezirksstellenleiter Hannes Hauer, dessen Stellvertreter Christian Eckhard, Bezirkschefarzt Werner Karner und Freiwilligenkoordinator Michael Leitgeb mit dem Landesvorstand. Nach zweieinhalb Stunden intensiven Gesprächen wurde eine Einigung erzielt.

Welche Lösung gefunden wurde? „Bislang waren die beiden Rettungsautos immer mit einem Hauptberuflichen besetzt. Fortan wird es nur mehr ein Auto mit Hauptberuflichen geben, das zweite wird mit freiwilligen Mitarbeitern besetzt sein. So können Kosten eingespart werden“, berichtet Rot Kreuz-Präsident Bruno Wögerer. Dass dieses Modell auch auf die anderen Bezirke umgelegt werden kann, schließt Wögerer aus. „Ich weiß, dass es dann heißen wird, warum bei denen schon und bei uns nicht. Nur Mattersburg ist jedoch mit seiner Struktur im Stande, das Ganze mit Freiwilligen zu bewältigen, und hat im Gegensatz zu den anderen Regionen keine Krankenhäuser.“

Karner: „Das ist ein  tragbarer Kompromiss“

Rot Kreuz-Bezirkschefarzt Werner Karner gab im Vorfeld der Sitzung ein klares Statement („mit der Reduzierung auf ein Fahrzeug bin ich klipp und klar nicht einverstanden“) ab, mit dem Ergebnis ist er nun einverstanden: „Das ist ein tragbarer Kompromiss. Wir sind guter Dinge, dass wir das zu Wege bringen.“ Und auch Bezirksstellenleiter Hannes Hauer ist erfreut: „Unsere Hartnäckigkeit hat sich bezahlt gemacht. Mit dieser Lösung bin ich zufrieden.“

Das Land Burgenland und auch die Gemeinden leisten einen großen Beitrag zur Finanzierung des Roten Kreuzes. Aufgeschlüsselt ist der Anteil für die Kommunen je nach Zahl der Einwohner.

Im heurigen Jahr erst erfolgte eine Erhöhung um rund 15 Prozent. Die Gemeinden zahlen nun 7,59 Euro (2011 noch 6,58 Euro) pro Einwohner.