Erstellt am 22. Juni 2016, 05:30

von Michael Kremser

Medizinische Versorgung: Ein Gemeindearzt fehlt. Mit 30. Juni legt Katrin Zukovits-Wurm die Funktion als Gemeindeärztin ab - ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Frei Stelle. Vorerst bis 31. Juli bleibt der Posten als Gemeindearzt in Mattersburg ausgeschrieben.  |  NOEN, Shutterstock

Katrin Zukovits-Wurm legt ihr Amt als Gemeindeärztin, das sie seit 2013 innehatte, mit 30. Juni zurück – die Stadt muss sich daher auf die Suche nach einem Nachfolger machen. Wie Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, könnte diese Suche sich als schwierig erweisen.

„Wir wissen aus dem Südburgenland, dass dort ähnliche Stellen mehrfach ausgeschrieben werden mussten, bis sich ein Arzt für die Funktion zur Verfügung stellte,“ weiß Mattersburgs Amtsleiter Karl Aufner zu berichten.

Eine Landpraxis sei für junge Mediziner anscheinend meist keine Option mehr: zu viele Investitionen, zu lange Arbeitszeiten, zu viel Verantwortung. Während der Arztsuche stehen die Mühlen allerdings nicht still. „Das Gemeindearztamt an sich wird stellvertretend von der Forchtensteiner Gemeindeärztin Marlene Angerer ausgeübt“, so Aufner. Angerer wird damit interimistisch für die allgemeinmedizinische Versorgung der Gemeindebediensteten sowie für die ärztliche Betreuung der in Gemeindeverwaltung stehenden schulischen Ausbildungsstätten wie Volks-, Neue Mittel-, Berufs- und Polytechnische Schule zuständig sein.

Für sanitäts-polizeiliche Maßnahmen wird sie von den niedergelassenen Allgemeinmedizinern in Mattersburg unterstützt. „Die gemeindeärztliche Versorgung bleibt damit gewährleistet“, versichert der Amtsleiter.

Warum es nicht zu einer nahtlosen Amtsübergabe kommen konnte, darüber ist man sich in der Gemeindepolitik allerdings uneinig. „Wir wurden erst Ende Mai über die Vertragsauflösung von der Gemeindeärztin informiert und das Gesetz schreibt einen Bewerbungszeitraum von zumindest sechs Wochen vor“, berichtet Aufner. ÖVP-Vizebürgermeister Michael Ulrich meint hingegen, dass die Stadtregierung zu spät tätig wurde. „Es ist bereits länger bekannt, dass uns Zukovits-Wurm als Gemeindeärztin verlassen wird. In der Zwischenzeit hätte man sich schon umhören können, wie wir das immer wieder im Gemeinderat zur Sprache gebracht haben“, kritisiert Ulrich das Verhalten der Gemeindeverantwortlichen bei der Suche. „Wir müssen uns an die vorgeschriebenen Fristen halten – ohne offizielle Kündigung, können wir keine Ausschreibung starten“, so SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Bislang sind allenfalls noch keine Bewerbungen für die Nachfolge eingelangt.

Zukovits-Wurm geht nach Rohrbach

Bis 31. Juli haben Interessenten noch Zeit, sich zu melden. Zukovits-Wurm, die in Mattersburg auch als Wahlärztin für Allgemeinmedizin praktizierte, schließt Ende Juni auch ihre Praxis. Die Forchtensteinerin wird ab Juli gemeinsam mit Dr. Walter Scheiber in Rohrbach eine Übergabepraxis führen. Zu ihrer Entscheidung wollte sich die Medizinerin nicht näher äußern.