Erstellt am 03. Oktober 2014, 07:21

Mattersburg will zehn Flüchtlinge aufnehmen. Pfarre, Caritas und Stadtgemeinde wollen kooperieren, um eine kleine Gruppe von Flüchtlingen schnell und unkompliziert aufzunehmen.

Mattersburg  |  NOEN, Wolfgang Glock
„Wir wollen nicht nur zuschauen, wir wollen im Sinne der Nächstenliebe auch wirklich etwas tun!“ Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Günther Kroiss seinen Kirchbesuchern letzten Sonntag, dass die Pfarre Mattersburg plant, bis zu zehn Flüchtlinge im Pfarrheim unterzubringen. „Es geht uns auch darum, als Pfarre und als Stadtgemeinde einen Impuls für ganz Österreich zu setzen: Habt keine Angst und habt Mut!“

Adaptierungen werden in den kommenden Wochen vorgenommen

Innerhalb der nächsten Wochen will man die nötigen Adaptierungen (z.B. Einrichtung einer Küche, Beschaffung von Betten) getroffen haben, um bis zu zehn Flüchtlingen eine Unterkunft bieten zu können. Die Örtlichkeiten wären ideal geeignet für zwei fünf- bis sechsköpfige Familien.
All das geschieht in Kooperation von Pfarre, Caritas Burgenland und Stadtgemeinde.
„Es ist wichtig, dass sich die Kommunalpolitik der Thematik annimmt. Ich freue mich, dass der gesamte Gemeinderat die Unterbringung von 10 Kriegsflüchtlingen unterstützt", so Bürgermeisterin Ingrid Salamon.

Hoffnung auf Nachahmung der Aktion

Vizebürgermeister Michael Ulrich hegt die Hoffnung, dass die Aktion zur Nachahmung anregt: „Ich hoffe, weitere Gemeinden machen es Mattersburg gleich und nehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten rasch und unkompliziert Schutzsuchende auf. Wenn es um Menschenleben geht, hat Populismus keinen Platz.“

Im Mattersburger Pfarrheim wurden schon während der Balkankriege Flüchtlinge untergebracht. Organisationen wie die Mattersburger Pfarrcaritas, die schon damals engagiert waren, wollen sich auch jetzt wieder einsetzen, um Menschen, die zu Hause alles verloren haben, hier zu helfen.

Integration in die Gemeinde als großes Ziel

 „Eine kleine Gruppe Menschen können wir in unserer Stadt gut integrieren. Die Stadtbewohner können sie kennenlernen, die Flüchtlinge können gemeinnützige Arbeiten verrichten um nicht nur herum sitzen zu müssen. Wir haben viele pensionierte Lehrer, von denen einige sich vorstellen können mit kleinen Gruppen Deutsch zu lernen und wir wissen dass die Mattersburgerinnen und Mattersburger sehr spendenwillig sind. Mich haben schon viele Leute angerufen die angeboten haben Essen, Gewand, Betten und vieles weitere zu spenden. Ich bin mir sicher, dass wir hier gemeinsam helfen können“, sagt Kroiss.

Nach Österreich kommen im Moment pro Tag zirka 170 Flüchtlinge. Zu Jahresbeginn beherbergte Österreich 22.000 Flüchtlinge. Momentane Schätzungen gehen davon aus, dass es bis Ende des Jahres 29.000 sein werden.