Erstellt am 18. Mai 2016, 05:24

von Bettina Eder

KUZ-Pläne: „Ist das Worst-Case-Szenario“. KUZ Mattersburg: Arena und Haupteingang wird zur NMS verlagert. Plattform übt weiter Grundsatzkritik.

Präsentation. Landesrat Helmut Bieler (Foto, sitzend) und andere Eigentümervertreter muss sich den Fragen und Angriffen von Herwig Graf und Johann Gallis (Mitte) stellen, ehe sich nach der offiziellen Präsentation viele Interessierte den Projektdetails und Erläuterungen der Experten widmeten. Fotos: Bettina Eder  |  NOEN, Bettina Eder
„Zwei Mauern bleiben stehen, der Rest ist weg, da hätten wir uns zwei Jahre lang die Diskussion ersparen können“, machte einer der Anwesenden bei der Präsentation des Siegerprojektes der Ausschreibung zum Umbau des Kulturzentrums seinem Unmut Luft.

Der Saal der Bauernmühle war nahezu voll mit Interessierten, die sich die Pläne des Wiener Architektenbüros Holodeck Architects ansehen wollten. Mittendrin waren natürlich auch die politisch Verantwortlichen sowie die Eigentümervertreter von der BELIG und Mitglieder der Jury, die naturgemäß die Ergebnisse bzw. Pläne (siehe Bilder) lobten.

„Die Architekten haben mit einem genialen Kniff das KUZ barrierefrei gemacht und den alten Zugang (Anm. von der Seite der Neuen Mittelschule) wieder hergestellt“, so Juryvorsitzender Klaus Jürgen Bauer.

Zwei Trakte sind durch Glasfoyer verbunden

Im Siegerentwurf wurde der Veranstaltungssaal auf einer Ebene in einem eigenen Trakt geplant. Im alten Kulturzentrum werden einige Büroräumlichkeiten sowie der Gastrobereich im Erdgeschoss untergebracht, Volkshochschule und Literaturhaus finden ihren neuen Platz im ersten Stock.

Verbunden werden die beiden Trakte durch ein lichtdurchflutetes Foyer, in dem auch Ausstellungen stattfinden sollen. Insgesamt sind rund acht Millionen Euro für das Projekt veranschlagt. Vor allem die Verlagerung der Arena in Richtung des Schulareals erregte das Gemüt einiger Anwesender.

Mitglieder der Plattform, allen voran Johann Gallis und der Architekt des alten Kulturzentrums Herwig Graf sowie andere Gegner des Projektes nutzten die Gelegenheit auch für Grundsatzdiskussionen und stellten das Gesamtprojekt erneut in Frage und kritisierten erneut die Ausschreibung.

Jurychef: „Geist des KUZ bleibt erhalten“

„Das ist das Worst-Case Szenario“, stellte Gallei fest. Denn wie von ihnen vorausgesagt seien 20 Prozent des Mauerwerks zu wenig, um den Charakter des Gebäudes zu erhalten.

„Es geht nicht darum, wie viel Prozent des Gebäudes stehenbleiben. Was geblieben ist, ist der Geist des Kulturzentrums und der Geist ist nichts, was in den Mauern ist“, verteidigte Jurychef Bauer. Details, wie genau manche Materialien oder Farbgestaltung angedacht seien, wurden freilich noch nicht beantwortet, man sei noch ganz am Anfang.

Diskutiert wurde auch über den Gastrobereich, den sich viele als ständigen und nicht nur eventbezogenen Gastrobereich mit eigenem Zugang wünschen. Der Zugang sowie ein eigener Gastgarten ist im Plan ersichtlich. Landesrat Helmut Bieler ließ allerdings mit einer Aussage aufhorchen: „Natürlich ist uns ein fixer Wirt lieber, wie ein Catering. Aber es muss sich mal einer bewerben.“


Zitiert: „Lassen Sie sich alle darauf ein“

„Das ist die beste Lösung für die gestellte Aufgabe“,
Jurychef Klaus Jürgen Bauer.

„Sie haben tolle Arbeit geleistet, aber die Ausschreibung war von Anfang an Falsch“,
so Herwig Graf Richtung des Architekten des Siegerprojektes.

„Das Projekt ist toll, ich kann nur allen Mattersburgern raten sich darauf einzulassen, das endlich etwas passiert im Kulturbereich der Stadt“,
so der ehemalige Heurigenbetreiber Hans Spielmann.