Erstellt am 31. Oktober 2012, 00:00

Mitten drin im Sturmchaos. Hurrikan „Sandy“ an der Ostküste / Ulli und Gatte Reinhard Glocknitzer verweilen in New York. Nur wenige Stunden vor dem befürchteten Chaos berichtet Ulli Glocknitzer über Facebook.

Entspannt. Trotz des erwarteten Chaos keine Spur von Angst bei den Ausführungen von der ehemaligen Einkaufstreffpunkt-Chefin Ulli Glocknitzer über die Internet-Plattform Facebook.Vogler  |  NOEN

MATTERSBURG / NEW YORK / Die Welt blickte in der Nacht von Montag auf Dienstag gespannt nach New York und an die US-amerikanische Ostküste, wo auf das Eintreffen des Hurrikans „Sandy“ gewartet wurde. Mittendrin im von US-Präsident Barack Obama ausgerufenen Notstand sind zwei Mattersburger: Uli Glocknitzer – sie managte den Mattersburger „Einkaufstreffpunkt – verbringt zur Zeit mit Gatte Reinhard Glocknitzer ihren Urlaub im Stadtteil Manhattan. In der Nacht von Montag auf Dienstag (mitteleuropäische Sommerzeit) berichtet sie über Facebook: „Laut Medien wird es in Long Island ziemlich rund gehen, habe heute in der St. Patricks Church ein paar Kerzerl angezündet, damit alles gimpflich vorüber geht. Ich glaube, die Amis haben sich eh sehr gut vorbereitet.“

Auf der Internetplattform schreibt sie weiters, dass sich „die Leute schön langsam verkriechen, wir sind nun auch im Hotelzimmer. Bei uns sagen sie, das der Sturm zwischen New York und Washington auf Land trifft und wenn, dann ist es bei uns in Manhattan nicht so tragisch.“

Laut Glocknitzer befindet sie sich an einem sicheren Ort: „Na klar wird es einen ordentlichen Sturm geben, aber wir sind in einem Ziegelblau versteckt hinterm Crysler Building. In diesem Moment zeigen sie in den Nachrichten, dass der Verlauf des Sturms New York City gar nicht so streift. Aber es ist schon gut so, dass sie viele Menschen evakuiert haben. Wir werden in den nächsten Stunden im Fernsehen mitverfolgen, was abgeht.“

Mittendrin ist auch ein junger Eisenstädter Friedrich B. Er sitzt als Tourist in einem New Yorker Hotel am Central Park fest. Vor der horrenden Nacht auf Dienstag die 16 Menschen das Leben kostete und Teile der Stadt unter Wasser setzte, bemerkte der jungen Mann am Sonntag wenig von der Dramatik: „Im TV laufen 24h-Dauerhorrorsendungen über den Sturm. Wir haben uns weiterhin nicht viel dabei gedacht, und waren ein wenig enttäuscht; dass Montag kein Sight Seeing möglich sein wird.“

Montags wurde B. geraten die Häuser nicht mehr zu verlassen. Er schilderte: „Bis das Ärgste überstanden ist werden wir im Hotel bleiben, so lange der Strom nicht ausfällt sollte alles passen. Ansonsten wird es wohl ein wenig langweilig.“ Kurz darauf traf Sandy mit voller Wucht auf New York und der Strom fiel tatsächlich aus. Das behindert auch die Kommunikation einer Donnerskirchner Familie mit ihrem Sohn, der derzeit vor Ort ein Praktikum macht. Die Schwester schildert: „Er war an einem sicheren Ort, aber ich habe zu ihm seit Montag Abend keinen Kontakt mehr. Sein Akku war leer und es gibt kein Internet mehr.“

Auch zwei weitere Burgenländer sind derzeit im Sturmgebiet und Berichteten über die Lage am Montag. Laut Tristan Hanzl, der in einem Restaurant in Manhattan arbeitet und in einer Erdgeschoss-Wohnung in Brooklyn wohnt ist die Lage ziemlich schwierig: „Es stürmt sehr stark, obwohl der Hurrikan noch fünf Stunden entfernt ist. Zwar liegt der East River zwei Kilometer von mir entfernt, aber ich weiß nicht, wie viel Wasser kommen wird.“ Experten befürchten Springfluten und Überschwemmungen in der Nähe von Flüssen. Relativ sicher fühlt sich noch Karl Gottweis in seinem Hotel in Washington DC. „Der Wind wird von Stunde zu Stunde stärker, aber wirklich schlimm ist es hier noch nicht. Washington ist allerdings so gut wie ausgestorben. Büros, Schulen, Behörden und die U-Bahn haben geschlossen – jeder ist daheim und wartet den Sturm ab.“