Erstellt am 03. August 2011, 00:00

Mobilheimbewohner wollen Mitspracherecht. MITBESTIMMEN / Feriengäste möchten wegen des Wahlrechts und Kosten gemeldet sein, Reismüller: Anmeldung kein Problem.

Wolfgang Fasching will die Mobilheimbewohner mobilisieren.  |  NOEN
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VON HELGA OSTERMAYER

FORCHTENSTEIN / Wolfgang Fasching, ein Bewohner des Mobilheimplatzes ärgert sich: Bis jetzt soll es, laut kursierenden Gerüchten, von Seiten der Gemeinde geheißen haben, dass die Ferienhausbesitzer sich nicht anzumelden brauchen.

Wir wollen vom Wahlrecht  Gebrauch machen

Fasching weiter: Meine Familie und ich verbringen schon seit 23 Jahren unsere Freizeit hier und waren bis jetzt quasi U-Boote.

Er fährt fort: Als ich erfuhr, dass man sich doch anmelden kann, weil das eigentlich gesetzliche Pflicht ist, war ich einer der Ersten, der das getan hat. Ich will hier - wie so viele andere Mobilheimbewohner auch - von meinem Wohn- und Wahlrecht Gebrauch machen und in der Gemeinde mitreden.

Warum Fasching und auch die anderen Ferienhausbesitzer mit der Anmeldung so lange gewartet haben? Es hat immer geheißen, wir dürfen uns nicht anmelden, denn Bürgermeisterin Riki Reismüller (SPÖ) wolle kein Dorf im Dorf haben, so der Anrainer. Die Bürgermeisterin sieht die Sache jedoch anders: Wenn sich jemand als Zweitwohnbesitzer anmelden möchte, dann kann er das jederzeit tun. Die Gemeinde hat davon aber nichts, denn sie bekommt für diese Bewohner keine Ertragsanteile.

Zahlen mehr Gebühren als  die anderen Forchtensteiner

Laut Fasching zahlen die nicht angemeldeten Bewohner mehr Wasser- und Stromgebühren als die anderen Forchtensteiner und müssen jährlich eine Tourismusabgabe von etwa 100 bis 120 Euro je nach Größe der Parzelle berappen. Die Frau Bürgermeisterin hat mir gesagt, dass wir diese Tourismusabgabe, auch wenn wir uns anmelden, weiterhin zahlen werden müssen, so Fasching. Riki Reismüller dazu: Die Zahlungen für jede einzelne der 480 Parzellen werden vom gemeindeeigenen Mobilheimbetrieb hochgerechnet und so die Kosten festgestellt. Die Tourismusabgabe muss auch bei einer Zweitwohnsitzanmeldung weiter bezahlt werden, denn so sieht es das Landesgesetz vor.

Den Wiener ärgert außerdem, dass er sich, laut Reismüller, in den Wintermonaten nicht auf dem Ferienareal aufhalten dürfe, obwohl ihm die laufenden Kosten für das ganze Jahr berechnet werden. Weiters wurmt ihn, dass am Mobilheimplatz keine Post zugestellt wird.

Post wird beim Buffet  Schreiner hinterlegt

Zum Thema Postzustellung weiß die Ortschefin: Manche Bewohner haben sich ein Postfach genommen, die anderen bekommen ihre Sendungen beim Buffet Schreiner beim Mobilheimplatz hinterlegt.

Michael Homola, Pressesprecher der Post, gibt bekannt: Auf einem Campingplatz wird keine Post zugestellt. Wenn es sich aber um eine Kleingartensiedlung handelt, dann werden wir uns die Sache jetzt anschauen.