Erstellt am 27. November 2013, 23:59

Mordfall Pöttsching: Urteil nun bestätigt. 19 Jahre Haft / In Eisenstadt wurde 43-jähriger Mann schuldig gesprochen. Das Urteil wurde nun vom Obersten Gerichtshof bestärkt.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka

PÖTTSCHING / Der Obersten Gerichtshof (OGH) bestätigte nun das Urteil im Mordfall Pöttsching. Der Ende Mai schuldig gesprochene Angeklagte, ein 43-jähriger türkischer Staatsbürger, wurde am Landesgericht Eisenstadt zu 19 Jahren Haft verurteilt. Mit fünf zu drei Stimmen hatten die Geschworenen entschieden, dass es sich bei ihm um den lange gesuchten Täter handelt.

Ihm wurde vorgeworfen, eine Pensionistin aus Pöttsching, bei der er zuvor Gartenarbeiten durchgeführt hatte, an einem heißen Sommertag im Juli 2006 auf kaltblütige Weise ermordet zu haben. Der Frau aus Pöttsching wurde in ihrem Wohnhaus mit einem Messer in den Rücken und in den Bauch gestochen und danach die Kehle durchgeschnitten.

Die Anklage hatte sich bei dem Prozess vor allem auf die Auswertung von Teilen eines DNS-Profils gestützt. Die Verteidigerin erklärte, dass sich dadurch aus ihrer Sicht keinesfalls eine eindeutige Täterschaft nachweisen lasse. Der Angeklagte hatte stets seine Unschuld beteuert.

Pensionistin sprach offen über Tresor im Keller

Gegen die Entscheidung des Landesgerichtes Eisenstadt machten beide Prozessparteien mobil. Staatsanwältin Petra Schweifer hatte Strafberufung eingelegt, sie hatte lebenslange Haft gefordert. Die Anwältin des Beschuldigten, Banu Kurtulan, hatte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde eingebracht. Dass die Pensionistin offenherzig über ihre materielle Situation Auskunft gab und keinen Hehl daraus machte, dass in ihrem Keller ein Tresor stand, könnte dafür verantwortlich sein, dass es 2006 zur Tötungshandlung kam. Tatsache ist jedoch, dass der Tresor unberührt blieb und nur eine Armbanduhr und eine Geldbörse mit rund 20 Euro entwendet wurden.

Das Motiv sei, laut Kriminalpsychologe Dr. Thomas Müller, ein persönliches, die Wegnahme der persönlichen Gegenstände als Versuch einer Inszenierung zu werten. Der Angeklagte bat nach der Urteilsverkündung um Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.