Erstellt am 03. Juni 2015, 05:25

von Richard Vogler

Nach sieben Jahren Aufenthaltserlaubnis. Der 40-jährige Uche Ahunanya flüchtete einst aus seinem Heimatland Nigeria vor der Terrormiliz Boko Haram.

Geschafft! Uche Ahunanya kann nun in Österreich arbeiten und ist bereits auf der Suche nach einer Wohnung. Foto: Richard Vogler  |  NOEN, Richard Vogler
Stets freundlich und nett, immer zuvorkommend und ein Lächeln auf den Lippen – so kennen die Mattersburger Uche Ahunanya, der an den Wochenenden die Augustin-Zeitschriften beim Mattersburger Billa verkauft.

Anfang Mai hat sich das Leben des Nigerianers geändert: Nach sieben Jahren erhielt er seine Aufenthaltsgenehmigung.

„Man lebt in Angst ob der Ungewissheit“

„Die ganze Zeit war sicher nicht einfach. Man lebt in Angst ob der Ungewissheit, ob man weiter hier bleiben darf. Jetzt bin ich aber unendlich glücklich, dass es gut ausgegangen ist“, berichtet der Wahl-Österreicher, der aus Abia, einem süd-östlichen Landesteil in Nigeria stammt.

Warum er den „schwarzen Kontinent“ verlassen hat? „Meine Religion ist das Christentum, unsere Religionsangehörigen werden von der Boko Haram verfolgt, gefoltert und getötet. Ich habe sehr viel Gewalt erlebt und mich vor acht Jahren entschlossen, zu fliehen.“

Mit dem Schiff kam er nach Europa, landete in Österreich, ehe er in Traiskirchen aufgenommen wurde und anschließend bis vor drei Jahren im Asylheim in Sieggraben untergebracht war. Dies wurde geschlossen, anschließend wurde Uche im Asylwerberheim in Horitschon aufgenommen.

Stapler-Führerschein gemacht und auf Arbeitssuche

„Ich war sehr fleißig während der letzten Jahre. Ich habe ein Jahr lang einen Deutschkurs besucht, der 900 Euro gekostet und den ich mir selber bezahlt habe“, so Uche. Er holte den Hauptschulabschluss nach, ist Besitzer der Fahrerlaubnis und machte auch den Stapler-Führerschein.

Die nächsten Schritte des 40-Jährigen? „Ich will eine Arbeit bekommen und bin auf der Suche nach einer Wohnung“, so Uche, um abzuschließen: „Ich bin sehr dankbar den Leuten in Mattersburg und Eisenstadt (Anm.: Er verkauft die Zeitungen auch beim Hofer in der Landeshauptstadt) dankbar. Manche haben mich aufgenommen wie einen eigenen Sohn und sehr unterstützt.“