Erstellt am 17. Februar 2016, 09:37

von Michael Kremser

Nachzahlung für Mieter. Die OSG fordert von Mietern von fünf Reihenhauseinheiten im Kurort Nachzahlungen. Diese sind empört und wollen klagen – die OSG sucht nun das Gespräch.

In der Zehentstraße in Bad Sauerbrunn wurden die Mieter dieser OSG-Reihenhäuser Anfang des Jahres böse überrascht.  |  NOEN, Kremser

Vor rund sechs Jahren bezogen fünf Familien in der Zehentstraße im Kurort die von der OSG neu errichteten Reihenhäuser. Nun – nach einer Endabrechnung – fordert der Bauträger von den Mietern eine Nachzahlung im fünfstelligen Bereich, wie den Bewohnern im Jänner dieses Jahres mitgeteilt wurde. Susanne Rittenschober, eine der Mieterinnen, trifft es besonders hart: Die geschiedene alleinerziehende Mutter muss 25.000 Euro an Nachzahlung berappen.

„Das ist ein Albtraum, keiner hat uns damals gesagt, dass wir auch noch Nachzahlungen zu leisten haben, schon gar nicht in dieser Höhe“, berichtet die Bewohnerin eines Reihenhauses gegenüber der BVZ, und führt weiter aus: „Es wurde uns auch nicht gesagt, wofür wir diese Mehrkosten aufbringen müssen, außer, dass das Gesamtprojekt abgeändert wurde. „Immerhin haben wir schon bei Bezug der Wohneinheiten rund 70.000 Euro bezahlt. Außer, dass sich bei den Baukosten verkalkuliert worden ist, haben wir nicht viel Information bekommen.“

OSG hat von Mehrkosten selbst nichts geahnt

„Als wir das Projekt in Bad Sauerbrunn starteten, haben wir die voraussichtlichen Kosten errechnet und so die Baukostenbeiträge festgesetz. Dass solche Mehrkosten entstehen, konnten wir zum damaligen Zeitpunkt nicht vorhersehen. Ein Bodenaustausch aufgrund des hohen Grundwasserspiegels und der Beschaffenheit des Baugrundes, Geländemodellierungen, Naturstein-Trockenwände oder auch der Kanalanschluss der Lichtschächte wurden zum Beispiel notwendig“, so Heinz Kornfeind, der für die Endabrechnung der OSG zuständig ist. „25.000 Euro ist jetzt keine fixe Summe, jeder Mieter hat einen anderen Betrag nachzuzahlen – je nachdem welche ‚Extras‘ die jeweiligen Hausbewohner damals wünschten“, berichtet Kornfeind weiter.

Die fünf Parteien der Reihenhausanlage haben, laut Rechnungswesensauskunft der OSG, nun zwei Jahre Zeit, um den Nachtrag abzubezahlen.

Für Rittenschober und die Bewohner ist die Sache aber nicht gegessen. „Wir haben hier ein gutes Nachbarschaftsverhältnis und nehmen uns gemeinsam einen Anwalt, um in weiterer Folge Klage einzureichen“, erzählt Rittenschober, was bei einem Lokalaugenschein ein Nachbar auch bestätigt.

Die OSG bemüht sich indessen um Gespräche mit den Mietern. „Bereits Ende Jänner gab es ein erstes Informationsgespräch und wir sind weiter dahinter“, meint Heinz Kornfeind, der weitere Gespräche anbietet. Zudem ist man jederzeit dazu bereit, die Endabrechnung durch einen unabhängigen Sachverständigen prüfen zu lassen.