Erstellt am 07. Mai 2014, 09:50

von Richard Vogler

„Natürlich ist das eine Wahnsinnsaufgabe“. SPÖ/Sigleß / Die Sigleßerin Julia Herr ist seit vergangenem Wochenende die Chefin von 60.000 österreichischen SJ-Mitgliedern.

Stolze Truppe. Julia Herr (3.v.l.) mit SJ-Bezirkschef Martin Giefing (r.) und SJ-Vertretern aus dem Bezirk Mattersburg.  |  NOEN
Julia Herr hat ihr großes Ziel erreicht: Beim Verbandstag der SJ wurde sie zur Bundesvorsitzenden gewählt. Bei der Wahl in Graz am vergangenen Samstag stellte sich neben Herr auch die Oberösterreicherin Fiona Kaiser zur Wahl.

Die Sigleßerin hatte schlussendlich die Nase vorne – sie erhielt 54 Prozent der Stimmen. Die Studentin ist nun Chefin von rund 60.000 SJ-Mitgliedern – ob einem da nicht ein mulmiges Gefühl überkommt? „Nein. Inden letzten Monaten, als wir die Inhalte ausdiskutiert haben, konnte ich mich ja auch schon damit auseinandersetzen. Natürlich ist das eine Wahnsinnsaufgabe“, berichtet Herr, die am Mattersburger Gymnasium maturiert hat.

„Die SPÖ ist zur Zeit unglaubwürdig“

Was sich fortan mit Julia Herr an der Spitze der Bundes-SJ ändern wird? „Wir wollen noch demokratischer werden, jedes SJ-Mitglied soll inhaltlich mitbestimmen können“, berichtet Herr, um auf die Bundes-SPÖ zu Sprechen zu kommen: „Wir von der SJ fordern den Austritt aus der Großen Koalition. Zur Zeit ist die SPÖ nicht glaubwürdig.“

Für großen Wirbel sorgte Herr im März beim SPÖ-Bundesparteirat. Bei ihrer Rede am Podium forderte sie EU-Spitzenkandidat Eugen Freund zum Eintritt in die SPÖ auf und wollte ihm ein Antragsformular überreichen. Herr wurde von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek vom Podium verwiesen. Diese Aktion löste regelrecht einen Internet-Hype rund um Herr aus: Das Video vom Podium-Verweis wurde auf der Internet-Plattform „You Tube“ mehr als 100.000 Mal angesehen. Bei der Wahl in Graz waren rund 200 SJ-Mitglieder stimmberechtigt, 17 davon aus dem Burgenland.

SJ-Bezirksvorsitzender Martin Giefing ist „natürlich erfreut über den Wahlausgang. „Wir haben in den letzten 4 Jahren in der Sozialistischen Jugend Bezirk Mattersburg massive Aufbauarbeit geleistet. Verantwortlich dafür zeigten sich einige wesentliche FunktionärInnen. Julia Herr spielte dabei eine große Rolle.“