Erstellt am 06. Juni 2014, 08:43

Natura 2000: "Erlaubnis" fürs Bauen. Gemeinderat beschloss, das Schutzgebiet in Bauland umzuwidmen.

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Bei der Gemeinderatssitzung in Forchtenstein stand die Flächenumwidmung der Streuobstwiesen im Natura-2000-Schutzgebiet an der Tagesordnung. 15 Mitglieder des Ortsparlaments stimmten der Umwidmung von 1,5 Hektar beim "Mühlgraben" in Bauland zu, Grün-Mandatarin Erika Weibl war dagegen und einige ÖVP-Gemeinderatsmitglieder mussten den Saal wegen Befangenheit bei der Abstimmung verlassen.

Umstrittenes Dauerthema

Eine äußerst umstrittene Angelegenheit hat nun ein Ende gefunden, seit Anfang 2011 gibt es Diskussionen rund um die Umwidmung. Im betroffenen Areal befindet sich die Einflugsschneuse der Zwergohreule - Kritiker sehen den Bestand der Tiere somit gefährdet. Die Gemeinde Forchtenstein ist Mitglied des Naturparks Region Rosalia und gerade die Zwergohreule ziert das Logo dieses Naturparks.

Im Laufe der Zeit gründete sich rund um Uschi Zezelitsch, Grün-Bezirkssprecherin Sonja Sieber und Juliane Bogner die Bürgerinitiative "Wir haben's eulig" und die Organisation sammelte auch 700 Unterschriften gegen die Verbauung. Die Grünen reichten vor Kurzem bei der Europäischen Kommission eine Beschwerde ein.

Eulen-Lebensraum und Erholungsraum für Menschen gehen verloren

„Einerseits wird der Lebensraum der Zwergohreule weiter eingeschränkt und andererseits verlieren auch die Menschen einen wertvollen Erholungsraum, denn es handelt sich hier auch um ein Landschaftsschutzgebiet, in dem viele Menschen die notwendige Erholung und Ruhe finden", erläuterte Juliane Bogner, Sprecherin von "Wir ´haben's eulig".

SPÖ-Bürgermeisterin Riki Reismüller hält fest, dass „das Gemeindegebiet von Forchtenstein zu 80 Prozent im Landschaftsschutzgebiet liegt. Wir versuchen, dass wir für die Forchtensteiner etwas bieten wie Hausplätze und dass auch die Natur geschützt ist. Und die Gemeinde ‚zubetonieren‘ werden wir sicher nicht. Von den Grünen hätte ich mir in dieser Sache mehr Einsicht gewünscht.“