Erstellt am 08. Oktober 2014, 07:20

von Richard Vogler

Musiker: Marz im Streit mit Verband. Musikverein „Frohsinn“ Marz wird in nächster Zeit an keinen Veranstaltungen des Bezirksverbandes teilnehmen.

Bei der musikalischen Arbeit. Der Musikverein »Frohsinn« wird - wie auf diesem Bild - bis auf Weiteres nur mehr in der heimischen Gemeinde aufspielen.  |  NOEN, Richard Vogler
Die Affäre rund um den „Nazi-Keller“ sorgt nun auch für Krach zwischen dem MV Marz und Landesblasmusikobmann Alois Loidl. Andreas Plank, Obmann des Musikvereins Marz, verschickte an Bezirksvorstandsmitglieder sowie Obmänner im Bezirk jene Stellungnahme, die er auch Loidl zukommen ließ.

Aufforderung zum Rücktritt per SMS

In dem Schreiben erklärt der Vorstand, dass er jene Unterstützung, die er sich vom Landesverband in der Causa erhofft hatte, vermisst. „Vielmehr stößt die ... schriftliche Aufforderung (per SMS) des Landesobmanns an den Bezirkskapellmeister, aus der Funktion zurückzutreten ... im Verein auf Unverständnis. Wir fühlen uns in dieser Angelegenheit nicht vertreten.“

Der Marzer Musikverein wird, so in dem Schreiben, in naher Zukunft von Aktivitäten außerhalb von Marz Abstand nehmen. Die Teilnahme an der Marschwertung am 19. Oktober wird abgesagt und auch an den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des Burgenländischen Blasmusikverbandes wird nicht teilgenommen.

„In diesem Fall gibt es kein Nein“

Loidl hält fest, dass es „in diesem Fall kein Nein gibt. Der Rücktritt des Bezirkskapellmeisters war unumgänglich. Dass es in diesem Fall an Unterstützung mangelt, sehe ich nicht so.“

Den Vorwurf, dass die Rücktrittsaufforderung per SMS erfolgte, entgegnet Loidl: „Es wurde vorher mit dem Bezirkskapellmeister und Andreas Plank telefoniert. Dass die Rücktrittsaufforderung per SMS erfolgte, ist aber richtig.“

Übrigens: Mit dem Walbersdorfer Markus Pöttschacher ist ein weiteres Mitglied aus dem Bezirksvorstand zurückgetreten - dieser Entschluss hatte persönliche Gründe.

INFOS:

Im neuen Film von Ulrich Seidl sind Marzer Musiker, inmitten von Nazi-Devotionalien, feiernd zu sehen (im Nachhinein wurde bekannt, dass sie nur als Statisten mitgewirkt hatten).

Einer der Musiker war der Bezirkskapellmeister, der nach Aufforderung von Alois Loidl zurücktrat.

Der Marzer Andreas Plank, Obmann des Bezirksverbandes (er ist nicht im Film zu sehen) trat auch - aus freien Stücken - zurück.

BVZ.at hatte über die Aufregung um den Nazi-Keller berichtet: