Erstellt am 12. August 2015, 09:41

von Melanie Windbüchler

Fäkalien im Rinnsal. Aus einem Leck kam vor kurzem Abwasser aus der ehemaligen Kläranlage. Anrainer waren angewidert vom Gestank, fürs Grundwasser besteht aber keine Gefahr.

Schmutzwasser. In diesem Rinnsal, dass von Neudörfl nach Lichtenwörth führt, sammelte sich Abwasser mit Fäkalien.  |  NOEN, zVg

In der ehemaligen Kläranlage in Neudörfl konnte durch einen Riss in der Spülleitung mit Fäkalien verschmutztes Abwasser entweichen. Dieses floss in einem Rinnsal Richtung Lichtenwörth.

Der Lichtenwörther VP-Gemeinderat Robert Brandl wurde am Mittwoch von einem Landwirten aufmerksam gemacht, dass Fäkalien im Rinnsal schwimmen: „Ich bin sofort hingefahren. Wir haben Fotos geschossen und eine Wasserprobe entnommen. Jedoch dürfte das Abwasser bereits seit mehreren Tagen dort gewesen sein, da bereits am Montag ein Jäger davon ein Foto gemacht hatte“, so der Gemeinderat, welcher daraufhin bei der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt Anzeige erstattet hatte. „Ich bin überzeugt davon, dass, wenn ich die Anzeige nicht gemacht hätte, nichts davon rausgekommen wäre.“

Daraufhin trafen sich Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt und Mattersburg, der Neudörfler SPÖ-Bürgermeister Dieter Posch und Lichtenwörths SPÖ-Vizebürgermeister Harald Höller bei dem Auslaufgerinne, in welcher sich die Fäkalien befanden, um dort von einem Hydrogeologen Proben entnehmen zu lassen.

„Es roch wirklich stark nach Fäkalien“

Durch die Proben kann der Wiener Neustädter Bezirkshauptmann Ernst Anzeletti versichern, dass für das Grundwasser keinerlei Gefahr bestehe. Auch der Neudörfler SPÖ-Bürgermeister Dieter Posch weist darauf hin, dass das Grundwasser nicht gefährdet ist: „Wir haben die entsprechenden Sanierungs- und Reinigungsmaßnahmen sofort eingeleitet. Daher ist alles wieder in Ordnung.“

Das Abwasser wurde abgepumpt und mit Hochdruck gereinigt. Ein Anrainer der Braunstorfersiedlung schilderte den Geruch allerdings als unerträglich: „Es roch stark nach Kot. Ich dachte mir, irgendetwas kann da nicht stimmen. Als ich dann meine tägliche Radtour machte - wo ich auch bei der Kläranlage vorbei fuhr - sah ich erst das Abwasser. Da war aber bereits die Freiwillige Feuerwehr da und reinigte den Kanal mit einer Abwasserpumpe.“

„Bürgermeister müssen Hausaufgaben machen“

Robert Brandl zeigt sich, trotz erfolgreicher Säuberung, verärgert: „Die Bürgermeister beschweren sich über die Nitratbelästigung des Grundwassers bei den Schweinemast-Betrieben, aber solch ein Fall von Verschmutzung soll nicht ans Licht kommen. Wenn ich es nicht gemeldet hätte, wäre es sicher unter den Tisch gekehrt worden. Die Bürgermeister sollten aufhören, Angst wegen der Landwirte und deren Schweine zu verbreiten und anfangen, ihre Hausaufgaben zu machen.“

Dieter Posch nimmt diese Aussage aber eher mit Humor: „Diese Ableitung von den Schweinen und dem Vorfall bei der ehemaligen Kläranlage ist sehr weit her geholt. Es klingt so, als würden wir das täglich und mit Absicht machen. Es war aber einfach ein Schadensfall, der nun behoben wurde. Lichtenwörth ist außerdem so weit weg, dass sie das garantiert nicht gerochen haben können.“