Erstellt am 27. Mai 2015, 07:05

Kinder waren abgängig. Die sechsjährige Lea und ihre Freundin konnten ohne Probleme aus dem Kindergarten hinausspazieren und wurden von einem Zeugen unversehrt zur Polizei gebracht.

Die beiden Mädchen verschwanden aus dem Kindergarten am Zollikofenplatz in Neudörfl. Sie waren ungefähr eine halbe Stunde unterwegs.  |  NOEN, BVZ
Am Montag der Vorwoche verließen Lea und ihre Freundin, beide sechs Jahre alt, unbeaufsichtigt den Kindergarten in Neudörfl und gingen rund 1,4 Kilometer durch den Ort und dann auf der Freilandstraße Richtung Autostraßenauffahrt S4. Den Kindergartenpädagoginnen fiel das Fehlen der Kinder vorerst nicht auf.

Mutter: „Mir blieb das Herz stehen“

Als sie nach einiger Zeit die Abwesenheit der Kinder bemerkten, wurde Leas Mutter telefonisch verständigt. Diese fiel aus allen Wolken. „Mir blieb das Herz stehen“, so die Mutter, Melanie. Fieberhaft begann sie die Spielplätze abzusuchen, auf denen Lea gerne spielte.

Als ihr nach kurzer Zeit die Sinnlosigkeit einer derartigen Suche bewusst wurde, ging sie zur Polizei. Erleichtert traf die Mutter dort bereits die Kinder, die 20 Minuten zuvor von einem Zeugen auf der Freilandstraße angehalten und zur Polizei gebracht worden waren.

Pädagoginnen suchten Kinder in Umgebung

SPÖ-Bürgermeister Dieter Posch bestätigte gegenüber der NÖN, dass die Kindergartenpädagoginnen als erste Reaktion auf das Fehlen der Kinder die umliegenden Straßen abgesucht hätten. Danach hätten diese die Polizei eingeschaltet. Sehr zum Ärger der Mutter, die erwartet hätte, dass die Polizei in so einem Fall sofort alarmiert werde.

Laut Leas Mutter seien die Kinder zumindest eine halbe Stunde lang zu Fuß unterwegs und laut ihren Angaben bei ihrem Eintreffen am Polizeiposten dort bereits seit rund 20 Minuten anwesend gewesen.

Was die Mutter noch gestört hat: Seitens des Kindergartens sei es unterlassen worden, sie um Entschuldigung für die mangelnde Aufsicht zu ersuchen. Laut der Mutter, die ihre Tochter nach dem Grund ihres Verhaltens fragte, wollten die Kinder zu ihrem Onkel nach Frohsdorf gehen.

„Das Wichtigste ist, dass es ihnen gut geht“

SPÖ-Bürgermeister Dieter Posch zeigte sich letzten Endes erfreut, dass dieser unglückselige Vorfall so glimpflich ausgegangen sei.

„Das Wichtigste ist, dass die Kinder gefunden worden sind und es ihnen gut geht“, so Posch. Damit sich so etwas nicht wiederholt, denkt SPÖ-Bürgermeister Posch an eine eventuelle Zusatzverriegelung des Ausgangs, hat aber sonst noch keine weiteren Maßnahmen geplant.

Wenn realisierbare Vorschläge für die Verbesserung der Sicherheit kämen, würde er diese umsetzen. Vermeiden möchte er jedoch, dass aus dem Kindergarten eine Art „Hochsicherheitstrakt“ entstünde. Er werde sein Bedauern über den Vorfall der Familie gegenüber noch zum Ausdruck bringen.