Erstellt am 24. Oktober 2012, 00:00

Neudörfl: Platz für 16 Flüchtlinge. Ab Jänner 2013 / Vereinbarung von Land Burgenland und Caritas: Im Heim „Sarah“ werden minderjährige Flüchtlinge aufgenommen.

Soziallandesrat Peter Rezar fordert „verbindliche Regelungen, damit die Kinder menschenwürdig und kindergerecht betreut werden können.“  |  NOEN
Von Richard Vogler

NEUDÖRFL / Mit Anfang Jänner werden weitere minderjährige Flüchtlinge einen Platz im Caritas-Heim „Sarah“ in Neudörfl finden. Dieser Vereinbarung zwischen dem Land Burgenland und der Caritas ging eine Diskussion im Landtag voraus. In Traiskirchen warten 13 Minderjährige auf das Erstaufnahmeverfahren. Für fünf dieser im Bezirk Neusiedl am See aufgegriffenen Kinder fühlt sich niemand zuständig. Das Thema griff Grün-Abgeordneter Michel Reimon auf, zu diesem Zeitpunkt verwies Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ) noch auf die vom Land Burgenland zu erfüllende Quote von aufgenommenen Flüchtlingen. Das Land verpflichtete sich, 550 Asylwerber unterzubringen. „Wir sind solidarisch und erfüllen hier unsere Quote“, so Rezar Mitte vergangener Woche.

Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet und es werden zusätzliche Plätze in Neudörfl geschaffen. Im Haus „Sarah“ gibt es bereits mehrere minderjährige Flüchtlinge. Insgesamt soll Platz für weitere 16 Minderjährige geschaffen werden - dafür sind jedoch noch einige Vorarbeiten zu tätigen. Ein Ausbau ist nicht geplant, das Heim muss jedoch umgebaut werden.

„In den letzten zwei Jahren hat sich herauskristallisiert, dass immer mehr unbegleitete Minderjährige als Flüchtlinge kommen. Als im Jahre 2004 die Vereinbarung des Bundes mit den Ländern geschlossen wurde, war die besonders bedürftige Gruppe an Flüchtlingen nur von theoretischem Interesse. Der Bund hatte daher keine Vorsorge darüber getroffen, wie diese Kinder aufgefangen werden könnten und wie die Verteilung an die anderen Bundesländer geschehen soll“, so Rezar, um weiter auszuführen: „Dieses Versäumnis ist ehest nachzuholen. Genauso wie gewährleistet wird, dass erwachsene schutz- und hilfsbedürftige Menschen in allen österreichischen Bundesländern betreut werden, muss auch gewährleistet werden, dass unbegleitete unmündige und mündige Minderjährige in allen Bundesländern betreut werden.“

Rezar fordert weiters „verbindliche Regelungen, damit die Kinder menschenwürdig und kindergerecht betreut werden können.“