Erstellt am 22. April 2015, 06:25

von Melanie Windbüchler

Neudörfler nur knapp dem Tod entronnen. Hannes Voit war 20 Minuten lang unter Schneemassen begraben. Er erlitt glücklicherweise nur leichte Prellungen.

In Skimontur. Hannes Voit ist leidenschaftlicher Skifahrer und gerne in den Bergen. Nach seinem Unfall möchte er auf die Gefahren aufmerksam machen. Foto: Privat  |  NOEN, privat
Vor kurzem wurde der Neudörfler Hannes Voit im Skigebiet Obertauern in Salzburg von einer selbst ausgelösten Lawine mitgerissen.

Mit Lawine über eine Felskante geschwemmt

„Ich hatte einige Schwüngein den Hang gesetzt. Dann merkte ich, wie rechts eine Kante wegbrach. Ich wollte noch nach links wegfahren, aber der Hang war bereits in Bewegung und die von oben kommenden Schneemassen rissen mich mit“, so Voit. Mit der Lawine ging es über eine Felskante – wo sich nur ein Powderski löste und der andere Ski angeschnallt blieb.

Danach ging es bei hoher Geschwindigkeit unter den Schneemassen über den Steilhang. Durch viel Glück wurde der Skirennläufer und Freerider nur 15cm unter den Schneemassen begraben.

„Die Todesangst gab mir Kraft. Dadurch bekam ich den Schnee aus dem Mund und konnte die Hand aus dem Schnee strecken. Innerhalb von zwei Minuten hatte ich es geschafft, einen kleinen Raum zu graben, um Atmen zu können.“ Ein Freund von Voit, der das Unglück filmte, und zwei weitere Personen, welche die Lawine ebenfalls bemerkten, holten den 52-jährigen nach 20 Minuten aus den Schneemassen.

Touren im Schneeberg- und Raxgebiet abgesagt

Er erlitt lediglich einige leichte Prellungen und die Skiausrüstung blieb im Schnee zurück. Die Berge locken aufgrund der Neuschneemengen und des aktuell guten Wetters viele Tourenskifahrer und Freerider an, aber so sicher wie die Berge scheinen, sind sie oft nicht: „Man kann es sich vorstellen wie bei einer Esterházy-Schnitte. Viele Schichten von Reif- und Triebschnee-Einlagerungen liegen übereinander.“

Daher möchte er nun davor warnen, Hänge über 40 Grad Steilheit in Nordausrichtung heuer noch zu befahren.

Trotz Glück im Unglück hat er Skitouren im Schneeberg- und Raxgebiet abgesagt: „Auch wenn jetzt oberflächlich ideale Bedingungen vorherrschen, sitzt der Schock noch zu tief. Man liegt dort wie in einem Grab, mit der Gewissheit, das alles, was man am Berg unterbewusst befürchtet hatte, nun Realität ist. Aber nach diesem Unfall habe ich – auch für meine Familie – die Touren heuer abgesagt“, berichtet der Neudörfler abschließend im Gespräch mit der BVZ.