Erstellt am 31. August 2011, 00:00

Neues Sportplatzprojekt: Ein Anrainer legt Veto ein. BAD SAUERBRUNN / Zum geplanten Standort legt Nachbar Johann Fossler Beschwerde bei der Landesregierung ein.

Kommen die Kicker dorthin? Bürgermeister Gerhard Hutter (Liste Bad Sauerbrunn, l.) und Vizebürgermeister Franz Stangl (SPÖ) beim möglichen neuen Standort.RICHARD VOGLER  |  NOEN
x  |  NOEN

VON RICHARD VOGLER

BAD SAUERBRUNN / Der Sportverein ist auf der Suche nach einem neuen Standort für den Fußballplatz. Dieser scheint gefunden zu sein – ein Anrainer legte jedoch Veto ein. Zur Vorgeschichte: Die Gemeinde versucht schon länger, einen geeigneten Platz für die Kicker zu finden. Die Zufahrt zum aktuellen Sportplatz ist eine enge Straße, und die Infrastruktur ist in die Jahre gekommen.

Erster Standort scheiterte  am Widerstand

Vor einigen Monaten versuchte man das Projekt in der Nähe der Schnellstraße umzusetzen. Die rund 25 Anrainer legten sich quer und dieser Standort wurde wieder fallen gelassen. Nun ist die Gemeinde an der nächsten Alternative „dran“. Der Platz befindet sich gegenüber dem Friedhof bei der Ortsausfahrt in Richtung Pöttsching und war bereits Thema bei der letzten Gemeinderatssitzung. Der Grundsatzbeschluss dafür wurde bereits gefasst. Dennoch gibt es noch einige Hürden zu überwinden. Zum einen gilt es, sich mit den drei Grundstücksbesitzern – zwei davon sind Gemeinderäte der regierenden Partei, der Liste Bad Sauerbrunn, zu einigen. Die Vorgespräche verliefen positiv und werden aller Voraussicht nach nicht scheitern. Die Besitzer sollen im Gegenzug - zum Teil im Tausch 1:1 – Grundstücke für das aktuelle Sportplatz-Areal bekommen. Die Landesregierung muss für das Projekt noch ihr Okay geben und auch der Pöttschinger Gemeinderat muss es absegnen - zum Teil befindet es sich auf Pöttschinger Hotter. „Ich weiß, dass die Gefahr einer schiefen Optik besteht und wollte zunächst mein Grundstück nicht verkaufen. Dieses Areal ist jedoch der einzige mögliche Standort für den neuen Sportplatz. Bei der Abstimmung habe ich mich der Stimme enthalten“, berichtet Harald Grauszer, mit Werner Kern einer der zwei LIBS-Gemeinderäte, die im Tausch Baugrund am bestehenden Sportplatz erhalten. Die SPÖ Bad Sauerbrunn war geschlossen für den Standort. „Wenn alles so abläuft wie besprochen, dann soll das Projekt umgesetzt werden“, hält SPÖ-Vizebürgermeister Franz Stagl fest.

„Die ganze Woche Lärm  und am Abend Flutlicht“

Das Projekt ist also auf Schiene – dem direkten Anrainer Johann Fossler passt dies jedoch nicht in den Kram. „Wenn ich gewusst hätte, dass bei mir einmal ein Sportplatz gebaut wird, hätte ich dort nicht gebaut. Die ganze Woche über wird es Lärm geben und am Abend gibt es das störende Flutlicht.“ Fossler will das Projekt verhindern und reichte bei der Landesregierung Beschwerde ein. „Ich war bei der Gemeinderatssitzug dabei. Die beiden Gemeinderäte, die die Grundstücke besitzen, haben mitgestimmt. Sie sind befangen und hätten den Saal verlassen müssen“, so Fossler, der eine andere Variante vorschlägt: „Es gibt sicher genügend Bauern, die ihre Grundstücke verkaufen würden. Man hätte mit denen nur sprechen müssen.“ Laut Erich Hahnekamp von der Burgenländischen Gemeindeabteilung müssen „bei Beratung und Beschlussfassung befangene Personen den Saal verlassen.“ Ob der Grundsatzbeschluss im Kurort anfechtbar ist? „Dies müsste man sich im Detail anschauen“, so Hahnekamp.

Die Reaktion von Ortschef Gerhard Hutter (Liste Bad Sauerbrunn) zur Beschwerde? „Das war nur ein Grundsatzbeschluss, eine Willenserklärung. Wenn ohne die beiden abgestimmt werden muss, dann ist das beim echten Gemeinderatsbeschluss auch kein Problem.“

Laut Hutter sind quasi „alle Fraktionen für diesen Standort. SPÖ, unsere Liste mit einer Enthaltung und bei der ÖVP gab es eine Gegenstimme. Seit vier Jahren laufen wir von Pontius zu Pilatus, um ein Grundstück zu finden. Mit Johann Fossler wurden auch Gespräche geführt und ihm wurde unter anderem zugesichert, dass alle Abstände eingehalten werden.“