Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Noch kein Ende in der Causa Schweinemast. SPÖ-PROTEST / Betreiber hat nach negativem Bescheid neues Ansuchen, nur 300 Meter entfernt, zur Genehmigung eingereicht.

Protest. Landtagsabgeordneter Robert Hergovich und SP-Klubobmann Christian Illedits.OST.  |  NOEN
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VON HELGA OSTERMAYER

PÖTTSCHING/LICHTENWÖRTH / Im August bekam der Landwirt Karl Tösch den Bescheid des Umweltsenats, dass für sein Projekt zur Errichtung einer Schweinemastanlage in Lichtenwörth eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei. Gegner der Anlage begrüßten dieses Ergebnis der Prüfung. Für viele war damit die Sache vom Tisch.

Nicht aber für den Landwirt. Er präsentierte Anfang November einen Einreichplan bei der Behörde für die Errichtung einer neuen Schweinemastanlage für bis zu 2.490 Schweinen (ab 2.500 wäre eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich), nur 300 Meter vom geplanten alten Standort entfernt. Betreiber Karl Tösch bestätigte dies: „Ja, es stimmt, aber das Projekt muss erst einer Prüfung unterzogen werden.“ Nun beginnt das gleiche Spiel von vorne.

SPÖ: „Das ist ein Pflanz,  Minister muss aktiv werden“

„Man wird regelrecht gepflanzt, denn jetzt startet das gleiche Procedere wieder“, ärgert sich SPÖ-Klubobmann Christian Illedits. Die SPÖ fordert den so genannten „Trinkwasserminister“ Nikolaus Berlakovich - selbst ein Burgenländer - auf, endlich aktiv zu werden und klare Gesetzesstrukturen zu schaffen.

Hergovich: „Betreiber nützt  eine Gesetzeslücke“

Laut Landtagsabgeordnetem Robert Hergovich versucht der Betreiber mit dem neuen Standort eine Gesetzeslücke zu nützen. Deshalb fordert die SPÖ: „Das Wasserschutzgebiet muss über die Landesgrenze hinaus ausgeweitet werden und die Einführung einer verpflichtenden UVP gehört her!“

Sollte der Betrieb gebaut werden, müsste laut der SPÖ der Wasserleitungsverband eine rund zehn Millionen teure Wasseraufbereitungsanlage anschaffen, deren Kosten unweigerlich auf die Endverbraucher abgewälzt würden. Mit dieser Anlage müssten die erhöhten Nitratbelastungen, die durch die Schweinemastanlage entstünden, aus dem Wasser gefiltert werden.

Ebenfalls dagegen ist der  Wasserleitungsverband

Ein weiterer Gegner ist der Wasserleitungsverband nördliches Burgenland. Dieser sieht ebenfalls Gefahr für das Grundwasser. „Bezüglich der Standortwahl darf angemerkt werden, dass, obwohl von allen Betroffenen über zwei Jahre auf die Probleme und Gefahren hingewiesen wurde, wieder ein Standort gewählt wurde, der als absolut ungeeignet anzusehen ist“, so Nikolaus Sauer, leitender Bediensteter des Wasserleitungsverbandes nördliches Burgenland. Er drängt auch die maßgeblichen Behörden und öffentlichen Stellen dazu, raschest die Realisierung eines Grundwasserschongebietes umzusetzen.