Erstellt am 04. Februar 2015, 10:20

von Christopher Ivanschitz

Waggon-Problematik nimmt kein Ende. Trotz der zahlreichen Beschwerden und der Aufforderung der SPÖ konnte die ÖBB keine nachhaltige Lösung bieten.

Platzmangel. Zahlreiche Schüler konnten nicht mehr einsteigen.  |  NOEN, zVg

Bereits vor Monaten hatte die BVZ erstmals über die Waggon-Problematik auf der Strecke nach Wr. Neustadt berichtet. Nachdem einigen Schülern das Einsteigen aufgrund des Platzmangels nicht möglich war, kam bei den bestürzten Eltern große Unruhe auf. Die ÖBB stellte auf dieser Strecke nur einen Waggon zur Verfügung, dieser war stets überfüllt, woraufhin die Betroffenen einen zusätzlichen Wagen verlangten. Die Bundesbahnen beteuerten ab Jänner eine deutliche Verbesserung, konnten dieses Versprechen jedoch nicht halten.

Druck der SPÖ vorerst wirkungslos

SPÖ-Bezirkschef Christian Iledits, der bereits im Dezember die Landesverkehrskoordination eingeschaltet hatte, zeigt sich nun verärgert: „Ich habe Landesverkehrskoordinator Zinggl sofort ersucht, den neuerlichen Problemen auf den Grund zu gehen. Nach Auskunft der ÖBB ist zwischen 26. und 28. Jänner eine auf dieser Strecke eingesetzte Notfallgarnitur ausgefallen und daher konnte der Zug nur einfach geführt werden. An einer Lösung wird gearbeitet. Das alles muss aber viel schneller gehen, darauf werden wir mit aller Vehemenz drängen“, so der SPÖ-Klubobmann.

Kern des Problems sei, dass die ÖBB auf dieser Strecke eine Garnitur einsetzt, die anderswo als „Notfallgarnitur“ gilt und somit des Öfteren abgezogen wird. „Die ÖBB ist gefordert, diese Maßnahme umgehend umzusetzen und diese Vorgangsweise zu Lasten der Schüler und Pendler in unserem Bezirk zu beenden. Wir erwarten, dass wir für unsere Zahlungen auch angemessene Dienstleistungen bekommen“, führte Illedits weiter aus.

"Kinder kommen weinend nachhause"

Eine Betroffene aus Mattersburg widerlegte die Aussage der ÖBB über den Zeitraum der Problematik: „Ich habe auch Anfang Jänner diese Linie benützt und musste feststellen, dass auch zu dieser Zeit nur ein Waggon angehängt war. Dieser war natürlich komplett überfüllt.“

Auch der Bad Sauerbrunner Steuerberater Gernot Engel will sich dieses Verhalten der Bundesbahnen nicht mehr gefallen lassen, geht sogar noch einen Schritt weiter und hat erneut seinen Anwalt eingeschaltet. „Man kann sich einfach nicht darauf verlassen, dass es funktioniert. Meine Kinder kommen immer wieder weinend nach Hause und können nicht zusteigen“, machte Engel seinem Ärger Luft und fügte hinzu: „Sie werden nun ein Schreiben meines Anwaltes erhalten, wenn sie darauf nicht reagieren, folgt eine Klage.“